Manager des Jahres 1996 Henning Schulte-Noelle

Der stille Macher befreite den Münchener Versicherer von seiner geheimnisumwitterten Aura und etablierte ihn weltweit als eine der ersten Adressen der Branche. Seit 2003 kontrolliert Schulte-Noelle die Allianz-Geschicke als Chef des Aufsichtsrats.

So urteilte die mm-Jury 1996:

Dem Bild, das sich die meisten Deutschen von einem Topmanager machen, entspreche er nicht unbedingt: Kein lauter Aktionismus, kein telegenes Imponiergehabe. Aufsehen errege Schulte-Noelle allein durch seine Leistung. Verlässlich, fair und offen sei dieser Mann, ein weitsichtiger Stratege, einer, der zum Vorbild tauge.

Woher Schulte-Noelle kam:
Nach einem kurzen Gastspiel als Anwalt in einer Frankfurter Kanzlei heuerte Schulte-Noelle 1975 bei der Allianz  an. 1988 wurde er in den Vorstand, drei Jahre später überraschend zum Konzernchef berufen. In der Folgezeit konsolidierte er die Auslandsexpansion des Assekuranzriesen, hievte das versicherungstechnische Ergebnis wieder in die schwarzen Zahlen und steigerte bis Mitte der neunziger Jahre den Gewinn je Aktie von knapp 15 auf über 87 Mark.

Wo Schulte-Noelle heute steht:
Mit der Übernahme der angeschlagenen Dresdner Bank Mitte 2001 wollte Schulte-Noelle aus der Not eine Tugend machen und schwang sich zum prominenten Fürsprecher des Allfinanzgedankens auf. Der Schuss ging nach hinten los: Quartal für Quartal belastete die Dresdner das Konzernergebnis in Milliardenhöhe und brachte den ehemals unantastbaren Allianz-Primus in arge Bedrängnis. Unterdessen soll die Dresdner von der Commerzbank übernommen werden.

Schulte-Noelle gestand zwar Fehler bei der Integration der Bank ein, vertraute ansonsten aber - typisch Burschenschafter - auf den intakten Korpsgeist. Trotzdem schickte er Dresdner-Chef Bernd Fahrholz Anfang 2003 wegen Erfolglosigkeit aufs Altenteil und installierte Herbert Walter, früher Privatkundenchef der Deutschen Bank , als Nachfolger.

Wenig später, im April 2003, wechselte Schulte-Noelle an die Spitze des Allianz-Aufsichtsrats. Den Chefposten gab er an Michael Diekmann ab.

Schulte-Noelle: "Im Nachhinein ist jeder schlau" Curriculum Vitae: Lebenslauf von H. Schulte-Noelle


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