manager/managerin des Jahres Galerie der Titelträger

Seit 1995 vergibt manager magazin den wohl wichtigsten Management-Preis Deutschlands. Der Preis würdigt herausragende Führungskompetenz. Bislang waren die Titelträger sämtlich männlich. Mit dem Vormarsch von Frauen in Spitzenpositionen wird sich dies sicherlich künftig ändern. Die Bestenliste zeigt alle Preisträger und ihre Leistungen.
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Ola Källenius, Daimler, 2021: Ola Källenius baut Daimler im Turbo-Tempo um: Er trimmt den Konzern auf grüner, digitaler und profitabler – und das fast ohne Krach. Das macht ihn zum Manager des Jahres.

Manager des Jahres 2021: Ola Kallenius im Porträt 

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Timotheus Höttges, Deutsche Telekom, 2020: Mit Klarheit und Disziplin hat Höttges den ehemaligen Staatskonzern in die Moderne geführt. Unter ihm, der 2014 die Führung von René Obermann übernahm, wurde die Telekom in Europa zum Primus ihrer Zunft. Bei der Marktkapitalisierung beträgt der Abstand zum Zweitplatzierten Vodafone heute mehr als 40 Milliarden Euro. In den USA hat sie die größte Fusion hinter sich, die ein deutscher Konzern dort jemals gestemmt hat.

Manager des Jahres 2020: Tim Höttges im Porträt 

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Kasper Rorsted, Adidas, 2019: Seit Rorsted im Oktober 2016 das Chefbüro des Sportartikelkonzerns in Herzogenaurach bezogen hat, stieg dessen Börsenwert um 24 Milliarden Euro – ein Plus von 73 Prozent. Der Däne hat den Konzern größer und fitter gemacht: neue Abläufe, mehr Tempo, bessere Organisation. Das hat seinen Preis: Rorsted gilt unter Adidas-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als "echt anstrengend", weil er nie Ruhe gebe, immer wieder neue, höhere Ziele setze und auf Erfüllung poche. Keiner optimiert Konzerne so schnell, tief greifend und erfolgreich wie er. So hatte der Manager schon den Börsenwert von Henkel verdreifacht. Nun stürmt er mit Adidas voran.

Manager des Jahres 2019: Kasper Rorsted im Porträt 

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Bill McDermott, SAP, 2018: Von Februar 2010 bis Oktober 2019 führte der Amerikaner den Walldorfer Softwarekonzern SAP und hat ihn zum wertvollsten Unternehmen Deutschlands gemacht. Kaum jemand hatte ihm das am Anfang zugetraut, viele SAP-Mitarbeiter sahen ihn skeptisch. Doch der Außenseiter verdoppelte zwischen 2010 und 2018 den Umsatz auf fast 25 Milliarden Euro, zu seinem Abschied 2019 glänzten die Quartalszahlen noch einmal mit höherem Umsatz und Gewinn. Durch die Zukäufe von Spezialisten wie Ariba, Concur oder SuccessFactors avancierte der Softwarehersteller auch zum Cloudanbieter. Der Börsenwert verdreifachte sich unter McDermotts Führung auf fast 130 Milliarden Euro.

Manager des Jahres 2018: Bill McDermott im Interview 

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Carsten Spohr, Lufthansa, 2017: Als Manager des Jahres 2017 würdigte manager magazin Carsten Spohr für seinen erfolgreichen Umbau des größten europäischen Luftfahrtkonzerns. Zu seinen Verdiensten zählen die Reform der Pilotenvergütung (trotz zahlreicher Streiks), die Expansion mit der Zweitmarke Eurowings und Teilen der ehemaligen Air Berlin sowie das Comeback der Lufthansa-Aktie: Im Jahr seiner Auszeichnung hatte sich der Kurs der Anteile mehr als verdoppelt. Der Konzern erwartete ein Rekordergebnis und die höchste Passagierzahl seiner Geschichte.

Manager des Jahres 2017: Carsten Spohr im Porträt

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Klaus Gehrig, Schwarz-Gruppe, 2016: Gehrig regiert ein Megaunternehmen: die Schwarz-Gruppe, Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland. Ihn als erfolgreichen Handelsmanager zu bezeichnen wäre maßlos untertrieben. Der Mann hat seit seinem Einstieg bei Lidl im Jahr 1976 den Umsatz auf mehr als 113 Milliarden Euro gehievt und die Zahl der Filialen mehr als verdreihundertfacht – trotz diverser Skandale.

Manager des Jahres 2016: Klaus Gehrig im Porträt 

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Karl-Ludwig Kley, Merck, 2015: Die mm-Jury ehrte den damals 64-Jährigen für die von ihm orchestrierte strategische Neuausrichtung des Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmens. Durch Zukäufe hat er die zunächst innovationsschwache Pharmasparte gestärkt und komplett neu aufgestellt. Und er hat Merck durch den Erwerb der US-Unternehmen Millipore und Sigma-Aldrich zur globalen Nummer zwei unter den Laborzulieferern aufgebaut. Seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2007 steigerte er den Umsatz um 60 Prozent, Gewinn und Börsenkurs um den Faktor zwei. 2016 übergab Kley die Führung von Merck an seinen Nachfolger Stefan Oschmann.

Manager des Jahres 2015: Karl-Ludwig Kley im Porträt 

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Marijn Dekkers, Bayer, 2014: In wenigen Jahren hat Marijn Dekkers den einstigen Sanierungsfall Bayer zum zeitweise wertvollsten Dax-Konzern geformt - ohne Entlassungswellen. In seiner Amtszeit von 2010 bis 2016 trimmte er den Konzern auf Innovation, leitete den Abschied vom Konglomerat und die Zukunft als Life-Science-Konzern ein. Die Jury lobte besonders seinen leisen Stil.

Manager des Jahres 2014: Marijn Dekkers im Porträt

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Ulf M. Schneider, Fresenius SE, 2013: Ausgezeichnet wurde er für seine langfristig angelegte und konsistent umgesetzte Wachstumsstrategie. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler führte den Gesundheitsdienstleister von März 2003 bis 2016 und hat in dieser Zeit den Umsatz um den Faktor 2,7 auf 19,3 Milliarden Euro gesteigert und den Gewinn auf zuletzt 3,1 Milliarden Euro vervierfacht. Schneider machte Fresenius zum weltweit führenden Dialysespezialisten und größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Sein Anschlussjob: Die Führung des globalen Riesen Nestlé.

Manager des Jahres 2013: Ulf Mark Schneider im Porträt

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Martin Winterkorn, Volkswagen, 2012: Er bekam die Auszeichnung, weil er trotz Krise erfolgreich war. Winterkorn führte Volkswagen ab Anfang 2007. Das Unternehmen ist seitdem massiv gewachsen. Der Umsatz verdoppelte sich nahezu. Der Gewinn verfünffachte sich in Winterkorns Ägide sogar, ohne dass Volkswagen dazu Personal abgebaut hätte. Schließlich stürzte er über den Abgasskandal und trat 2015 von seinen Ämtern im VW-Konzern zurück.

Manager des Jahres 2012: Martin Winterkorn im Interview 

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Norbert Reithofer, BMW, 2011: Wurde Manager des Jahres, weil er BMW zum weltweit führenden Premiumanbieter geformt und gleichzeitig in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein getrimmt hat.

Manager des Jahres 2011: Norbert Reithofer im Porträt 

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Herbert Hainer, Adidas, 2010: Die Juroren ehrten Hainer, weil er in den zehn Jahren davor das Unternehmen mit der Beharrlichkeit eines Marathonläufers zu neuen Zielen geführt hat. Egal ob Umsatz (plus 92 Prozent), Gewinn (plus 208) oder Börsenkapitalisierung (plus 215) – überall ging es steil aufwärts.

Manager des Jahres 2010: Herbert Hainer im Porträt

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Hans-Jörg Bullinger, Fraunhofer Gesellschaft, 2009: Der damalige Präsident der wichtigsten deutschen Forschungsgesellschaft wurde für beispielhaftes Wissenschaftsmanagement und für seine Weichenstellungen für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft geehrt. Bullinger stand, so sahen es die manager-magazin-Juroren, stellvertretend für die Innovationskraft Deutschlands.

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Werner Müller, Evonik, 2008: Der einstige Wirtschaftsminister im Kabinett Schröder sorgte dafür, dass aus den Überresten des deutschen Steinkohlebergbaus keine Altlasten wurden, sondern ein neuer Konzern entstand: Das Milliardenunternehmen Evonik, seit 2012 auch an der Börse.

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Werner Wenning, Bayer, 2007: Weil er den Traditionskonzern aus einer schweren Krise herausgeholt und zu einem furiosen Comeback verholfen hat, wurde Wenning unser Manager des Jahres 2007. Seit seinem Amtsantritt als Vorstandsvorsitzender im April 2002 hat Wenning die Gesundheitssparte von Bayer neu ausgerichtet und die ertragsschwache Chemiesparte in die neue Lanxess-Gesellschaft ausgegliedert. Im März 2006 kaufte Bayer das Berliner Pharmaunternehmen Schering.

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Wolfgang Reitzle, Linde, 2006: Die Juroren würdigten die umfassenden Um- und Aufbauarbeiten, die der einstige BMW-Mann bei Linde durchgezogen hat. Reitzle hat durch herausragendes Change-Management und die Akquisition des britischen Gaseherstellers BOC die Unabhängigkeit von Linde bewahrt. Mehr noch: Innerhalb von nur drei Jahren wurde aus dem einstigen Mischkonzern der internationale Marktführer in einem der profitabelsten Industriezweige.

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Jürgen Hambrecht, BASF, 2005: Ausgezeichnet wurde der streitbare Chemiemann wegen seines konsequenten Führungsstils. Hambrecht war es 2005 gelungen, im chinesischen Nanjing ein 2,9 Milliarden Dollar teures Verbundwerk ohne Probleme in Betrieb zu nehmen, im heftig umworbenen russischen Gas- und Ölmarkt ein spektakuläres Milliardenprojekt zu vereinbaren und auch die Börse durch ein rasches Gewinnwachstum für sich einzunehmen.

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Manfred Wennemer, Continental, 2004: Er galt als Konzernchef, der gerne in der 2. Klasse der Bahn fuhr und auf die Qualität von Plastikkugelschreibern vertraute. Manager des Jahres wurde er allerdings, weil er in seiner dreijährigen Amtszeit den Aktienkurs von Conti mehr als verdreifachte und aus einem Fehlbetrag einen operativen Gewinn von einer Milliarde Euro machte. Durch den Kauf des Hamburger Gummispezialisten Phoenix wurde das Unternehmen zum Weltmarktführer.

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Klaus Zumwinkel, Deutsche Post, 2003: Warnungen gab es reichlich in den 90er Jahren - vor einer Reform der Post und vor ihrem ersten Reformator Klaus Z. Der unterschätzte Manager hatte den unmöglichen Auftrag, die Behörde Post in ein profitables Unternehmen zu verwandeln. Und er schoss übers Ziel hinaus – schuf aus dem trostlosen Sanierungsfall einen Logistik-Champion von Weltrang. Er erhöhte die Produktivität dramatisch, verkürzte die Zustelldauer von Paketen und Briefen, entstaubte die Filialen, machte Verluste zu Gewinnen und brachte die Post an die Börse und in den Dax.

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Jürgen Strube, BASF, 2002: Still und beharrlich hat Strube den deutschen Chemiekonzern BASF an die Weltspitze geführt. Dabei hat er sich den meisten Modetrends der Branche widersetzt. Mit ruhiger Hand hat er die biedere BASF als glasklare Chemiefirma positioniert, ohne dem Konzern einen radikalen Umbau zuzumuten. Er baute das Gasgeschäft gegen den Widerstand des Quasi-Monopolisten Ruhrgas aus und steigerte den Börsenwert des Konzerns nachhaltig.

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Michael Otto, Otto Group, 2001: Binnen 20 Jahren baute Otto die von seinem Vater Werner Otto gegründete Firma zum größten Versandhändler der Welt aus. Außerdem hat er gezeigt, dass die Kombination von Old und New Economy durchaus zu Wachstum führen kann. 2001, als die Blütenträume der meisten Internet-Firmen platzten, und sogar Amazon noch tiefrote Zahlen schrieb, verdiente der Otto-Versand gutes Geld im Internet.

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Michael Frenzel, Tui, 2000: Frenzel trieb das Gebot der Spezialisierung auf die Spitze. Mit Zukäufen wie Tui, Hapag-Lloyd und Thomson Travel hat er den Mischkonzern Preussag in den größten Reisekonzern der Welt verwandelt. Juror Roland Berger würdigte damals besonders seine Entschlossenheit: "Michael Frenzel ist ein kluger, mutiger, ja radikaler Stratege, einer, der kühl rechnet, aber Risiken nicht scheut."

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Jürgen Weber, Lufthansa, 1999: Er hat die zu Beginn der 90er Jahre schwer angeschlagene Lufthansa saniert und im stärksten aller internationalen Luftfahrt-Bündnisse, der Star Alliance, verankert. In wenigen Jahren baute er die Airline von einer Behörde zu einem internationalen Luftfahrt-Konzern aus. Die Juroren lobten Weber für seine Vision und Bodenständigkeit.

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Jürgen Schrempp, Daimler-Benz, 1998: Der Stuttgarter hat nie einen Hehl aus seinem Führungsanspruch gemacht. Mit der Übernahme von Chrysler hat er dem Daimler-Konzern eine (gewagte) Expansion zum Global Player der Autoindustrie verordnet. Die Jury des manager magazins hat den Daimler-Chef zum "Manager des Jahres" gewählt, weil er die deutsche (und internationale) Unternehmensszene beherrschte.

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Robert Louis-Dreyfus, Adidas, 1997: Der gebürtige Franzose hat den todkranken fränkischen Sportartikel-Pionier Adidas gerettet und den Mythos der Drei-Streifen-Marke wiederbelebt. Einmütig rühmte die Jury seinen modernen Führungsstil – er lasse die Verantwortung dort, wohin sie gehöre: bei seinen Mitarbeitern. Der unkonventionelle Franzose setzte alles auf Werbung, verjüngte das Image der Marke radikal, steigerte den Marketingetat um ein Vielfaches, engagierte Stars wie Steffi Graf oder Jan Ullrich als Werbeträger. Mit Mut zum Risiko machte er Adidas zu einem hochprofitablen Unternehmen und wieder zu einer Weltmarke.

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Henning Schulte-Noelle, Allianz, 1996: Er hat die Globalisierung des Versicherungs- und Finanzriesen Allianz vorangetrieben und den Konzern auf Shareholder-Value getrimmt. Der Allianz-Chef stelle "nicht sich selbst, sondern das Wohlergehen seines Unternehmens, seiner Mitarbeiter, seiner Kunden, seiner Aktionäre in den Mittelpunkt. Das Ergebnis lässt sich an der Rendite ablesen", lobte Birgit Breuel, Jurorin für mm und Generalkommissarin für die Weltausstellung Expo 2000.

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Jürgen Dormann, Hoechst/Aventis, 1995: Dormann hat den Chemiekonzern Hoechst (jetzt: Aventis) auf das Wachstumsfeld Pharma eingeschworen – und sich damit an die Spitze eines Trends gesetzt. Mithilfe von Zukäufen und Ausgliederungen fokussierte er das Geschäft, aus einem hierarchisch-verkrusteten Konzern machte er einen Weltkonzern. Mit seiner Geradlinigkeit und einer klaren Strategie überzeugte Dormann die manager-magazin-Juroren. Nach sieben Kriterien wie etwa Shareholder Value, Personalführung oder Innovation vollbrachte er im ersten Jahr der Auszeichnung die überzeugendste Managementleistung.

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