United Airlines Goodwin nimmt seinen Hut

Der unter Druck stehende Chef der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft hat sich am Sonntag den Rücktrittsforderungen gebeugt.

Chicago - James Goodwin, Vorstandschef der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines, hat mitten in der schwersten Krise der Firmengeschichte seinen Rücktritt erklärt. Zum Nachfolger des langjährigen Firmenlenkers wählte der Verwaltungsrat aus seiner Mitte den Manager John Creighton zum neuen CEO und Chairman.

Goodwin war wegen eines Schreibens an die Mitarbeiter von Mitte Oktober unter Druck geraten, in dem er vor einem möglichen Zusammenbruch der Airline im kommenden Jahr gewarnt hatte. Daraufhin brach der Aktienkurs um 20 Prozent ein. Die Gewerkschaften hatten Goodwin vor wenigen Tagen Panikmache vorgeworfen und seinen Rücktritt verlangt.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September hat United Airlines in Erwartung sinkender Passagierzahlen 20.000 seiner 100.000 Mitarbeiter entlassen und die Flugpläne um etwa 30 Prozent zusammengestrichen. Das Unternehmen hatte schon vorher Geschäftsprobleme und schreibt aktuell tiefrote Zahlen.

Es sei an der Zeit, dass eine neue Spitzenkraft die Gesellschaft durch die vor ihr liegenden Herausforderungen führe, erklärte Goodwin zur Begründung seiner Entscheidung. Er sei stolz darauf, in den vergangenen 34 Jahren zum überragenden Wachstum von United Airlines beigetragen zu haben.

"Ich habe diesen Job nicht angenommen, um bei einem Konkurs zu präsidieren", erklärte Creighton nach einem Bericht der US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg. Das Sofortziel sei die Wiederherstellung der Finanzstabilität der Gesellschaft, kündigte Creighton an. Er wolle mit den Mitarbeitern und Gewerkschaften zusammenarbeiten, um dies zu erreichen.

Die Ernennung von Creighton durch den Verwaltungsrat erfolgte einstimmig. Er ist seit 1998 Mitglied des Verwaltungsrates und war von 1991 bis 1997 Chef des großen Forstwirtschafts- und Holzproduktkonzerns Weyerhaeuser.