Karriere E-Mails für Eiserne

Der MBA als Fernstudium via Internet verlangt Energie und Durchhaltewillen. Erfahrungsbericht eines Online-Studenten.

"Komm schon", flüstert er. "Mag nicht", klingt es leise zurück. "Du musst aber!" drängt er. Jeden Abend geht das so. Da sitzen Thomas Nitzsche (39) ein großer Engel und ein kleiner Teufel auf der Schulter. Der Engel redet über Erfolg. Der Teufel über Müdigkeit. Der Engel gewinnt. Meistens.

Ein Online-MBA kostet Energie und erfordert eisernen Durchhaltewillen. Nitzsche will den "MBA Global Executive" der amerikanischen Duke The Fuqua School of Business auf dem harten Weg erreichen: per Internet.

Neben seinem Job als Marketing-Vizepräsident heißt das 15 bis 20 Stunden Woche für Woche Selbstmotivation. Obendrein musste Nitzsches Arbeitgeber, die Firma Uni-Data in Schwaig bei München, vor Beginn des Studiums einwilligen, ihn für den Blockunterricht mit Anwesenheitspflicht zu beurlauben.

Zu den Vorzügen des Online-MBA gehört, dass die Professoren rund um die Uhr ansprechbar sind. Und auch, dass sich die Kommilitonen ständig per E-Mail austauschen können.

Zu Nitzsches Gruppe gehören 80 Studenten aus der ganzen Welt. Online und während der Kurse vor Ort bilden sich Teams, die via Internet Aufgaben lösen. Vor allem dieses virtuelle Netzwerk und die guten Kontakte beeindruckten Nitzsche bei der Wahl der Fuqua School, die hohes Renommee genießt. Einziges Minus: Im Vergleich zu anderen MBA-Instituten verlangt Duke hohe Studiengebühren ­ 99.000 Dollar inklusive Laptop. Nitzsche hat geschluckt, aber "Teufel auch", sagte der Engel, "das ist doch eine Investition in die Zukunft".

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