Spütz Not-Aufsichtsrat und neuer Name

Auf der Liste für die Besetzung des Not-Aufsichtsrats ist kein bisheriges Mitglied des Gremiums. Eine geplante Sonderprüfung soll allerdings nicht, wie von Aktionärsschützern gefordert, deren Tätigkeit überprüfen. Im Visier steht vielmehr der vom Aufsichtsrat entlassene Ex-Chef Freytag.

Düsseldorf - Die Londoner New Media Spark hat eine Liste für die Besetzung eines Not-Aufsichtsrats beim Düsseldorfer Investmenthaus vorgelegt. Die Aufstellung enthalte keines der bisherigen Mitglieder, sagte Spütz-Interimsvorstand Werner Moll am Freitag. Allerdings könnte die Liste noch ergänzt werden.

Der Aufsichtsrat von Spütz hatte nach der Aufsehen erregenden Übernahme durch New Media Spark - die britische Risikokapitalgesellschaft hält mittlerweile nach eigenen Angaben 53,7 Prozent des Grundkapitals - Ende September geschlossen seinen Rücktritt zum 25. Oktober erklärt.

Der neue Mehrheitsaktionär wolle zudem bald einen Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung noch in diesem Jahr stellen. Dies erklärte der Geschäftsführer der deutschen Spark GmbH, Alexander Eichner. Spark prüfe unterdessen bereits weitere Investments in Deutschland.

Er bestätigte, dass es bereits Überlegungen für eine Umbenennung von Spütz gebe. Spark wolle damit einen "Schlussstrich" unter die Vergangenheit ziehen. Ein neuer Name stehe allerdings noch nicht fest. "Es sollte aber etwas Internationales sein", fügte Eichner hinzu.

Molls Vorstandskollege Norbert Posch sagte, bei der Hauptversammlung solle auch eine Sonderprüfung von Spütz beschlossen werden. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte ebenfalls eine Sonderprüfung bei Spütz gefordert, um zu klären, ob der bisherige Aufsichtsrat seine Pflichten verletzt habe. Die neue Führung des Unternehmens will dagegen die Tätigkeit des entlassenen Vorstands Bernhard Freytag und seines früheren Kollegen Axel Sartingen in den Mittelpunkt stellen.

Die DSW wollte prüfen lassen, ob der Aufsichtsrat ein Interesse daran gehabt habe, dass es zu keinem Gegenangebot kommt oder zumindest mit der Kündigung Freytags das Ausbleiben eines höheren Angebots in Kauf genommen habe.

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