Biodata Zwei neue Vorstände, aber noch kein Chef

Zuletzt sorgte das Unternehmen für reichlich Negativschlagzeilen. Jetzt soll mit zwei neuen Vorstände die Sanierung angegangen werden. Auch die Schließung von Unternehmensteilen sei möglich.

Lichtenfels - Beim Anbieter von IT-Sicherheitslösungen sind mit Harald Glück und Christian Kanja zwei neue Vorstandsmitglieder ernannt worden. Damit habe man die Weichen für ein Sanierungskonzept gestellt, teilte das angeschlagene Unternehmen am Mittwoch Abend mit. Glück, 34, werde für die Organisation der im Nemax 50 gelisteten Biodata zuständig sein, während Kanja, 30, die Nachfolge des einvernehmlich ausscheidenden André Münch als technischer Vorstand übernehme.

Die Position des Vorstandsvorsitzenden bleibe den Angaben zufolge weiterhin unbesetzt. Der neuzusammengesetzte Vorstand werde ein Konzept zur Umstrukturierung der Konzernstruktur vorlegen, hieß es in der Meldung weiter. Dabei will Biodata in erheblichem Umfang Kosten reduzieren. Auch die Auflösung von Unternehmensteilen werde dabei nicht ausgeschlossen. Außerdem soll das Produktportfolio umstrukturiert werden.

CEO Tan Sieckmann war am vergangenen Freitag zurückgetreten, nachdem Biodata schlechte Unternehmenszahlen präsentieren musste. Beim Umsatz im dritten Quartal werde statt der prognostizierten 15 nur drei bis 3,5 Millionen Euro gerechnet. Auch der Umsatz für das Gesamtjahr werde mit 23,5 Millionen Euro nur knapp ein Drittel der ursprünglich geplanten Summe betragen, hatte Biodata angekündigt.

Nach dieser Mitteilung war der Biodata-Aktienkurs um mehr als die Hälfte gefallen. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel hatte erklärt, Voruntersuchungen wegen des Verdachts auf Insiderhandel einleiten zu wollen, da die Aktie bereits am Tag vor der Hiobsbotschaft bei ungewöhnlich hohen Umsätzen deutlich nachgegeben hatte - ohne neue Meldungen zum Unternehmen und trotz eines freundlichen Trends am Neuen Markt.

Glück und Kanja führten bisher die Konzerntochter Biodata Application Secrutity, die vor ihrer Übernahme durch Biodata im Oktober 2000 Glück und Kanja Software hieß.