CDU Plant Cartellieri seinen Rücktritt?

Bankier Ulrich Cartellieri will einem Magazinbericht zufolge sein Amt als CDU-Schatzmeister abgeben. Seine Mission, die Ordnung der Parteifinanzen, sei erfüllt.

Berlin - Er habe die Finanzen der Partei nach der Spendenaffäre in Ordnung gebracht, meine der Aufsichtsrat und ehemalige langjährige Vorstand der Deutschen Bank. Deshalb wolle er ein Jahr vor der Bundestagswahl für einen politischen Kopf aus der Partei Platz machen, berichtete das Magazin "Focus Money" am Mittwoch unter Berufung auf Führungskreise der CDU.

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer vermied eine klare Stellungnahme zu dem Bericht. Er erklärte aber, Cartellieri habe sein Amt immer so verstanden, dass er es zurück geben wolle, wenn er seine Aufgabe als erfüllt ansehe.

Am 22. Oktober werde der angesehene Banker der CDU-Spitze einen Bericht über die Sanierung der Parteifinanzen abgeben, sagte Meyer. "Über das weitere Verfahren werden wir in den kommenden Gremiensitzungen sprechen." Eine Bestätigung oder ein Dementi für den angeblichen Rücktritt gab es von ihm nicht.

Cartellieri war im April 2000 zum Nachfolger der in den Spendenskandal verwickelten Brigitte Baumeister gewählt worden, um die Parteifinanzen zu ordnen. Er hatte das Rechnungswesen der Partei an in der Wirtschaft geltende Grundsätze angepasst.

Der erst im Zuge seiner Berufung in die CDU eingetretene Cartellieri galt nach Medienberichten schon seit längerem als amtsmüde. Während der Affäre um eine dubiose Millionenüberweisung seines Vorvorgängers Walther Leisler Kiep im Mai 2001 geriet auch Cartellieri parteiintern in die Kritik.