BMW-Werk in Leipzig Hauptsache ohne PDS?

Weil in Sachsen die PDS nicht mitregiert, haben die Bayern Leipzig als Standort für das neue Werk ausgewählt - behauptet zumindest das ehemalige BMW-Vorstandsmitglied Horst Teltschik.

München/Magdeburg - Teltschik hatte im Wirtschaftsmagazin "Focus-Money" gesagt, BMW habe sich auch aus politischen Gründen für Leipzig als neuen Standort für ein Autowerk entschieden. Die PDS-Beteiligung in anderen Ländern schrecke Investoren ab. Prompt kassierte der frühere Berater von Helmut Kohl Kritik von allen Seiten.

"Wo die PDS in der Regierung sitzt wie in Mecklenburg-Vorpommern oder wo sie die Regierung unterstützt wie in Sachsen-Anhalt, halten sich Investoren zurück", hatte er geurteilt. In Sachsen, wo das neue BMW-Werk gebaut wird, regiert die CDU. In Sachsen-Anhalt toleriert die PDS eine SPD-Minderheitsregierung. Von dort hatten sich Halle und Magdeburg vergeblich für den neuen BMW-Standort beworben.

Empörung in Magdeburg

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt reagierte empört auf die Äußerungen Teltschiks. Der Regierungssprecher Sachsen-Anhalts, Franz Stänner, sagte: "In den Briefen des BMW-Vorstandsvorsitzenden Joachim Milberg an die Bewerberstädte Halle und Magdeburg ist von Bedenken gegen die Landesregierung keine Rede gewesen."

Im Gegenteil sei in den Gesprächen die gute Zusammenarbeit mit den Behörden des Landes und der Kommunen lobend hervorgehoben worden. "In diesem Falle handelt es sich wohl mehr um eine Wahlkampfäußerung des ehemaligen Kanzlerberaters von Ex-Kanzler Helmut Kohl." Teltschik war lange Jahre enger Vertrauter von Kohl und bis Juni 2000 Vorstandsmitglied von BMW.

Die PDS des Landes sprach von Wahlkampfpolemik. Mit solchen Äußerungen werde von Christdemokraten der Standort Sachsen-Anhalt schlecht geredet. Die Behauptungen entbehrten jeder Grundlage. Erst jüngst habe sich die PDS im Land dazu bekannt, alle Investitionen zu unterstützen, mit denen die Wirtschaftskraft gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen würden.

"Private Äußerung"

BMW teilte in München mit, die Entscheidung zu Gunsten des Standortes Leipzig sei "ausschließlich auf Grund von betriebswirtschaftlichen Kriterien gefallen". Teltschik habe sich nicht als ehemaliger BMW-Vorstand geäußert. Vielmehr handele es sich "um eine sehr persönliche Beurteilung der Situation in den neuen Bundesländern aus seiner Sicht".

Auch in Schwerin, wo die PDS an der Regierung beteiligt ist, hatten die Teltschik-Worte Verärgerung ausgelöst. Die Bewerbung Schwerins sei sehr gut gewesen. Es gebe keine Hinweise auf politische Gründe für die Absage, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.