Opel Von Eisenach nach Rüsselsheim

Das Personalkarussell dreht sich wieder: Arno Wiedenroth, Chef von Opel Eisenach, wird neuer Direktor des Werks Rüsselsheim. Seinen Platz wiederum nimmt David Gibbons ein.

Eisenach/Rüsselsheim - Am Konzernsitz von Opel übernimmt Wiedenroth die Leitung des neuen Stammwerkes, das derzeit mit einem Aufwand von rund 1,5 Milliarden Mark entsteht. Der 55 Jahre alte Manager tritt damit die Nachfolge von Michael Wolf an. Wolf werde Rüsselsheim zum 1. September verlassen und in die Dienste des Mutterkonzerns General Motors (GM) treten, wie die Autobauer am Mittwoch weiter mitteilten.

Die Leitung des Eisenacher Montagewerks und seiner rund 2000 Beschäftigten übernimmt David Gibbons. Der 39 Jahre alte US-Amerikaner war im Juni 1996 von GM nach Eisenach gekommen und hatte zunächst dem Produktionsbereich Roh- und Gerippebau vorgestanden. Im März 1999 wurde Gibbons dann zum technischen Geschäftsführer in Eisenach ernannt.

Opel hält damit an seiner Strategie fest, das Management seiner Thüringer Tochter etwa alle zwei Jahre auszutauschen. Die Eisenacher Fabrik mit einer Jahreskapazität von bis zu 175.000 Autos gilt bisher als produktivste Fertigungsstätte und als Modell für Werksneubauten innerhalb des Konzerns.

Eine leichte Aufgabe tritt der gelernte Maschinenbauingenieur Gibbons indessen nicht an. Auch das 1992 eröffnete Vorzeigewerk in Eisenach, in dem derzeit ausschließlich der Kleinwagen "Corsa" gebaut wird, spürt die Absatzkrise. Nach den Werksferien, die am 10. August enden, muss die Tagesproduktion von bisher 709 auf 645 Autos gedrosselt werden.