Beate Uhse Die Pionierin der Lust ist tot

Mit ihrer Erotikfirma brachte sie nach dem zweiten Weltkrieg Stimmung in deutsche Schlafzimmer. Jetzt starb sie mit 81 Jahren in aller Stille nach einem bewegten Leben.

Flensburg - Beate Rotermund-Uhse starb bereits am Montag an einer Lungenentzündung in einem Schweizer Krankenhaus. Sie sei schon in aller Stille im engsten Familienkreis beigesetzt worden, teilte die Beate Uhse AG am Mittwoch am Unternehmensstammsitz in Flensburg mit.

"Beate Uhse ist es durch ihr offenes und seriöses Auftreten erfolgreich gelungen, die Erotikbranche aus der Schmuddelecke zu holen", hieß es in der Konzernmitteilung.

Die Aufsichtsratsvorsitzende der Beate Uhse AG saß noch bis vor kurzem gelegentlich am Schreibtisch des Konzerns, den sie seit 1949 aufgebaut hatte. Vor genau 50 Jahren war die Firmenkeimzelle - das "Versandhaus Beate Uhse" - ins Flensburger Handelsregister eingetragen worden. Seit 1999 ist der Konzern börsennotiert.

Nachfolge früh geregelt

Am 25. Oktober wäre Beate Uhse 82 Jahre alt geworden. "Mit Weitblick für die Zukunft hatte sie sich 1992 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und wechselte in den Aufsichtsrat", hieß es von der Unternehmensführung.

Wie außerdem mitgeteilt wurde, soll der frei gewordene Aufsichtsratsposten von dem Uhse-Sohn Ulrich Rotermund übernommen werden. Er war 30 Jahre lang im Unternehmen aktiv und war viele Jahre Vorstandsvorsitzender der Beate Uhse AG. Die jetzigen Vorstandsvorsitzenden, Otto Christian Lindemann und Gerard Cok, stellten die Unternehmensführung im Sinne von Beate Uhse sicher.

Die verstorbene Unternehmerin war auch im Verwaltungsrat der Erotic Media AG und als Aufsichtsratsmitglied in der Flensburger Orthmann & Partner AG tätig. Beate Uhse ist für ihr Lebenswerk mehrfach geehrt worden, unter anderem mit dem International Erotic Award (1998).

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