Sonntag, 21. April 2019

Grundig Der Neue

Hans-Peter Kohlhammer löst Herbert Bruch an der Konzernspitze ab. Die personelle Veränderung hänge aber nicht mit der Krise zusammen, betonte eine Sprecherin.

Muss Sanierer-Qualitäten beweisen: Hans-Peter Kohlhammer
DPA
Muss Sanierer-Qualitäten beweisen: Hans-Peter Kohlhammer

Nürnberg - Der Telekommunikations-Spezialist Kohlhammer, 54, übernimmt am Donnerstag den Vorstandsvorsitz von Grundig und wird die geplante Restrukturierung umsetzen, sagte eine Sprecherin kurz nach der Sitzung des Aufsichtsrats am Mittwochabend. Die Sitzung des Gremiums war von Protesten der Belegschaft begleitet.

Der bisherige Vorstandsprecher Herbert Bruch, 62, wird "aus Altersgründen", wie es hieß, in den Aufsichtsrat des Konzerns wechseln. Die Personlentscheidung stehe nicht im Zusammenhang mit der wirtschaftlich prekären Lage des Konzerns, hieß es weiter.

Betriebsratschef Dieter Appelt sagte, die Belegschaft sehe den künftigen Gesprächen mit Kohlhammer mit "zurückhaltendem Optimismus" entgegen. "Wir erwarten natürlich Gesprächsbereitschaft für einer Lösung unter der Maxime: Bei Grundig wird niemand entlassen», betonte er.

Auch der Vorsitzende der Nürnberger IG Metall, Gerd Lobodda, äußerte sich zurückhaltend. Es gebe eine "frustrierte und entnervte" Belegschaft. "Herr Kohlhammer wurde mit unserer Zustimmung gewählt, weil wir kaum ein andere Wahl hatten", sagte er.

Kohlhammer ist Chef der Firma Hanse Venture Services GmbH, die Telekom-Firmen berät und vorübergehend auch deren Management übernimmt. Nach seinem Ausscheiden beim Grundig-Konkurrenten Loewe Opta in Kronach baute der promovierte Mathematiker und Physiker unter anderem die Thyssen Telecom in Düsseldorf auf.

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