Bewerbung Wer sich verstellt, hat schon verloren

Bei Bewerbungen auf Spitzenjobs gibt es nur einen Weg zum Erfolg, sagt Alexander Leschinsky, Partner bei der Kienbaum-Personalberatung in Hannover: So sein, wie man ist. Nicht die Perfektion ist entscheidend. Der Mut, auf eine Frage auch einmal keine Antwort zu geben, zeigt Stärke. Begründete Nachdenklichkeit ist mehr als verständlich, vor allem vor dem Hintergrund der rastlos changierenden Märkte.

Erfahrungsgemäß wagen das vor allem solche Kandidatinnen und Kandidaten, die auch fachlich Spitze sind. Die Persönlichkeit ist daher für die Gesprächspartner ein wichtiges Indiz für Qualität.

Der Wiener Personalberater Manfred Wieringer drückt es in bedrückender Ehrlichkeit so aus: Kein Personalchef könne wirklich beurteilen, ob er nun den genialen Ingenieur für submarinen Tunnelbau oder den kreativen Controller vor sich habe, egal, was die Papiere über seine bisherigen beruflichen Tätigkeiten aussagen. "Langjährige Erfahrungen zeigen aber ebenso wie wissenschaftliche Untersuchungen: Es besteht eine fast hundertprozentige Korrelation zwischen positivem Persönlichkeitsprofil, fachlicher Kompetenz und erfolgreichem Managerdasein."

Der Umkehrschluss ist einfach: Eindimensionale Fachidioten eignen sich selten für das moderne Management. Sie sind, wie die Personalberater übereinstimmend bekunden, allenfalls die erste Wahl für zweite Positionen.

Ihnen fehlt einfach ein Schuss Charisma. Ihnen fehlt vor allem jene selbstverständliche Beweglichkeit, die für das tägliche Changemanagement eines modernen Unternehmens und für die Führung selbstbewusster Mitarbeiter unabdingbar ist. Teamkompetenz nennt es die Beratungsliteratur spröde.

Holger Rust

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Persönlichkeit, Führungsbereitschaft, interessante Erfahrungen und Kundenorientierung ­- das sind die vier Elemente eines erfolgreichen Bewerbungsgesprächs.

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