Karrieretipps Sechs Schlüsselqualifikationen

Anforderung 1:
Internationalität

Das hervorstechendste Kriterium für künftige Führungskräfte ist die Internationalität. Dabei geht es nicht nur um Fremdsprachen. Vielmehr wünschen sich die Personalchefs "interkulturelles Verständnis". Also das, was früher "multikulturelle Persönlichkeit" hieß - abzüglich des grün-alternativen Ideologieballasts. Vorteile hat hier, wer im Ausland über längere Zeit studiert hat. Noch besser kommen Auslandspraktika an.

Im Zeitalter der Globalisierung brauchen die künftigen Führungskräfte diese handfeste Lebenserfahrung, weil der ausländische Teil des Erdballs nicht mehr nur als Synonym für "den Exportmarkt" steht. Immer mehr Unternehmen gründen Niederlassungen und Tochterfirmen in fernen Ländern. "Wer im Ausland Mitarbeiter motivieren und Kunden zufrieden stellen will, der muss sich reibungslos in deren Lebenswelt hineinbegeben können", sagt Heiner Boeker, Personalmanager bei Bosch.

Loyalität

Anforderung 2:
Loyalität

Immer mehr Unternehmen besinnen sich wieder auf alte Tugenden wie Aufrichtigkeit. "Führungkräfte können sich in unbequemen Situationen nur durchsetzen, wenn sie ihren Mitarbeitern alle Argumente transparent machen - und zugleich loyal bleiben", sagt Heiner Boeker, Personalmanager bei Bosch.

Diese Loyalität ist auch das Ergebnis der Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren, indem man sie zum Beispiel an Erfolgen teilhaben lässt - und so ihre Bindung an das Unternehmen stärkt.

Soziales Engagement in kirchlichen oder anderen Vereinigungen ist ein wichtiger Indikator für Loyalität. Personalchefs werten derartige Engagements als Beweis uneitler, aber konsequenter Charaktere.

Teamgeist

Anforderung 3:
Teamgeist

Wo flache Hierarchien vorherrschen, ist die Teamfähigkeit eine besonders wichtige Führungseigenschaft. Vorgesetzte müssen einsehen, dass ihre Mitarbeiter bestimmte Details einer Aufgabe gemeinsam besser oder schneller bewältigen können als allein.

Nur scheinbar im Widerspruch zur Teamfähigkeit steht die überall geforderte Durchsetzungskraft. Klar: Wer Chef werden will, muss sich auch bei Entscheidungen behaupten, die nicht von allen Mitarbeitern geteilt werden. Die Kunst besteht darin, in unterschiedlichen Situationen intuitiv das Richtige zu tun. Mal ist es besser, sich dem Teamgeist unterzuordnen, mal müssen mit Überzeugungskraft die eigenen Vorstellungen durchgedrückt werden.

Mobilität

Anforderung 4:
Mobilität

Wer sich als Manager die von allen Unternehmen geforderte Internationalität erhalten will, muss persönliche Mobilität mitbringen. Das heißt: Während der Traineezeit und danach wechseln Einsatz- und Wohnort. Manchmal geht es alle paar Wochen in eine andere Konzernniederlassung, manchmal aber für die Dauer etlicher Monate ins Ausland, vielleicht sogar für einige Jahre. Probleme, die sich mit Lebenspartnern und deren Karriereplanung ergeben, mit Kindern oder anderen Angehörigen, muss die künftige Führungskraft allein lösen - quasi als Aufgabe eines "Private Managements". Der Erfolg beim Durchsetzen der hierfür gefundenen Strategie gilt im Unternehmen dann als Gradmesser für Führungsqualifikationen.

Zielorientierung

Anforderung 5:
Zielorientierung

Wer sich bei Bosch, Siemens und etlichen anderen Vertretern der "alten Wirtschaft" bewirbt, sollte sein Studium besonders konsequent und zügig absolviert haben. Traineebewerber über 30 werden quasi von vornherein ausgeschlossen.

Das ist aber nicht überall so. Thomas Krause, Personalleiter bei dem auf "new business" getrimmten Stromhändler Yello aus Köln sagt: "Wir stellen auch Bewerber nach 13 Semestern Studium ein - wenn sie parallel etwa einen Verleih von Toilettenhäuschen aufgezogen oder eine andere pfiffige Geschäftsidee verfolgt haben."

In manchen Branchen zählen also auch Menschen mit 35 Jahren noch zum potenziellen Führungsnachwuchs.

Flexibilität

Anforderung 6:
Flexibilität

Wer wirklich nach oben will, muss auch Seitenwege gehen können: in Abteilungen, von deren Existenz er möglicherweise vor seinem Eintritt ins Unternehmen nicht einmal wusste. Oder in ebensolche Geschäftsbereiche. Das heißt: Ein Kandidat, der eine Karriere etwa in die obersten Etagen des Konzernfinanzwesens anstrebt, muss sich unter Umständen erst mal im Einkauf oder in der Personalabteilung beweisen. Ein Maschinenbauer, der langfristig Impulse für die Produktentwicklung geben möchte, muss möglicherweise zunächst den Vertrieb einer ausländischen Tochterfirma für elektrotechnische Spezialbauteile optimieren.

Natürlich verlangt jeder neue Job eine entsprechende Einarbeitung. Wer aber zu unflexibel ist, um sich danach auch für unerwartete Aufgaben zu begeistern, taugt kaum für verantwortungsvolle Posten.

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