Jobwechsel So geht's

Ihr Beruf macht Sie nicht glücklich? Dann suchen Sie sich einen neuen! manager magazin zeigt, wie Sie durch einen Jobwechsel zu mehr Zufriedenheit finden - und wie Sie für diesen Sprung den richtigen Anlauf nehmen.

Olaf G. Wilhelms (42) früheres Leben klingt wie aus dem Drehbuch einer Fernsehserie. Unter der Woche holte er Kinder auf die Welt, in der Freizeit widmete er sich der Tumorforschung. Er bezog ein schönes Gehalt und genoss das Prestige, das eine Anstellung als Oberarzt an einem Universitätsklinikum so mit sich bringt.

Alles gut und schön - und dennoch hat Wilhelm vor dreieinhalb Jahren ein zweites Leben begonnen. Er wollte nicht mehr nur Grundlagenforschung betreiben, sondern Medikamente gegen Krebs bis zur Marktreife entwickeln. An der Uniklinik ging das nicht. Ein eigenes Unternehmen musste her.

Ein Gynäkologe als Unternehmer? Ein Geburtshelfer als Manager? Ein Krebsforscher als Personalchef? Wilhelm hatte seine Zweifel. Er setzte sich hin und schrieb zunächst mal einen Businessplan.

Mit diesem Plan gewann Wilhelm einen Gründerwettbewerb ­und die Gewissheit: "Ich steige aus." Er kündigte seinen Job an der Uniklinik und gründete mit Partnern die Wilex GmbH in München. Das Pharma-Start-up entwickelt Medikamente gegen Nieren-, Brust- und Lungenkrebs. Zwei Präparate werden bereits klinisch erprobt.

Olaf Wilhelms Beispiel zeigt: Ein beruflicher Neustart kann gelingen, mag das Ziel auch noch so exotisch erscheinen. Was dazu nötig ist? Vor allem eines: Wer sich verändern will, darf die eigenen Ziele nicht verdrängen. Er muss sie erkennen - und ernst nehmen.

Gründe, sich beruflich verändern zu wollen, gibt es genug. Da ist der Mittelmanager, der sich in seiner Abteilung geparkt fühlt und in Routine erstickt. Da ist der Controller, der heimlich vom Marketing träumt. Da ist der Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft, der sich nicht länger Strategien vom Mutterkonzern diktieren lassen will und endlich frei entscheiden möchte.

Sie alle haben mehr Chancen, ihre Träume zu verwirklichen, als sie glauben. Die Arbeitswelt wandelt sich dramatisch. Lebenslange Bindungen gehören der Vergangenheit an, Flexibilität ist zur notwendigen Tugend geworden.

Heinz Fischer, Personalvorstand der Deutschen Bank, stellt sich den Mitarbeiter von morgen gar als "Selbst-GmbH" vor. Unternehmen, sagt Fischer, können ihre Führungskräfte durch Weiterbildung und Training fit für die neue Arbeitswelt machen. Eine Lebensanstellung garantieren können sie nicht mehr.

Selbst-GmbH, das klingt nach: "Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner." Wer sein eigenes Unternehmen ist, den kann der Arbeitgeber ohne Skrupel entlassen.

Es ist nicht zu übersehen: Die Unternehmen verabschieden sich zunehmend aus der Zuständigkeit für den Berufsweg ihrer Angestellten. Die Verantwortung für das eigene Schicksal liegt heute beim Arbeitnehmer.

Doch Jammern bringt nichts. Den Wandel zur flexibilisierten Arbeitswelt kann der einzelne Manager nicht aufhalten. Warum also den Wandel nicht als Chance und Herausforderung verstehen?

Viele jüngere Führungskräfte tun dies längst. Sie haben begriffen, dass ihr Arbeitgeber sie im Ernstfall ohne Zucken wegrationalisiert. Eine tiefe innere Bindung an ihren Job bauen sie erst gar nicht auf. Ihre Devise lautet: sich einfügen, mitspielen, alles Geld einsammeln, jede Aufstiegsmöglichkeit wahrnehmen - und bei Stillstand die nächste Chance außerhalb der Firma suchen.

"Darwiportunismus" nennt der Saarbrücker Wirtschaftsprofessor Christian Scholz diese Überlebensstrategie im Dschungel des Turbokapitalismus.

Eine Strategie, die leicht in die Krise führen kann.

Eva Buchhorn/Christian Rickens

Umsteiger

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So merken Sie, dass es Zeit wird für einen Wechsel

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