Samstag, 7. Dezember 2019

Becker und Becker Nun doch einig

Fernab von Gerichtssälen und Kamerateams haben Barbara und Boris ihren Rosenkrieg beendet.

Sechs Wochen nach der öffentlichen Trennung sind Boris und Barbara Becker geschieden worden. Das Amtsgericht München teilte mit, das Urteil vom Montag sei rechtskräftig, da beide Parteien auf Rechtsmittel verzichteten.

Ex-Tennisstar Becker war nach Angaben des bayerischen Justizministeriums bei der Sitzung am Morgen dabei gewesen, Barbara Becker nicht. Die Unterhalts- und Sorgerechtsfragen sind nach Angaben einer Sprecherin seines US-Anwalts außergerichtlich geregelt worden. Details nannte sie nicht. Laut "Bild"-Zeitung erhält Barbara Becker eine Abfindung von 30 Millionen Mark. Ferner hätten die beiden das gemeinsame Sorgerecht für Noah Gabriel (knapp 7) und Elias Balthasar (1) vereinbart, schrieb die Zeitung am Montag.

Die Sprecherin des Anwalts Don Heyden, Dana Clay, sagte am Sonntag (Ortszeit) in Miami, es handele sich um einen deutschen Vertrag, der an deutsche Gerichte verwiesen werde. Nähere Angaben zu dem Inhalt der Einigung machte sie nicht. Anwälte von Barbara Becker waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Familienrechtsexpertin des Deutschen Anwaltvereins, Ingrid Groß, zeigte sich überrascht über die zügige Scheidung der beiden. Normalerweise müsse man zunächst ein Jahr getrennt leben, um sich scheiden lassen zu können. "Möglicherweise hat Herr Becker geltend gemacht, dass er und seine Frau bereits seit einem Jahr im selben Haus getrennt gelebt haben", sagte Groß.

Boris Becker (33) hatte Mitte Dezember in München die Scheidung eingereicht. Der ursprüngliche Ehevertrag der Beckers, die 1993 geheiratet hatten, sah nach Medienberichten für Barbara Becker lediglich eine Abfindung von fünf Millionen Mark vor. Laut "Bild"-Zeitung hält der neue Einigungsvertrag außer der 30-Millionen-Abfindung fest, dass Boris Becker Unterhalt für die Söhne zahlt und für die Kosten des Sicherheitspersonals aufkommt.

Die Eltern hätten das gemeinsame Sorgerecht und Stillschweigen vereinbart, schrieb das Blatt am Montag. Ferner könne Barbara Becker wählen, ob sie im Haus der Beckers in München oder weiter in Miami wohnen wolle. Sie habe in die zügige Scheidung eingewilligt. Die "Bild"-Zeitung zitiert Boris Becker mit den Worten: "Ich gehe davon aus, dass ich wieder heirate. Nicht heute oder morgen, aber wenn die Richtige kommt."

Barbara Becker (34) hatte in Miami Klage auf Unterhalt und Sorgerecht eingereicht. Das Gerichtsverfahren war am Montag voriger Woche auf Antrag der Anwälte beider Seiten vertagt worden. Wäre es zu keiner gütlichen Einigung gekommen, wäre der Prozess Donnerstag wieder aufgenommen worden.

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