Mittwoch, 20. November 2019

Köpfe 2000 Klaus Esser: Der 60-Millionen-Mann

manager-magazin.de stellt die 20 Köpfe des Jahres vor. Heute: Klaus Esser. Der ehemalige Chef des Traditionskonzerns Mannesmann ließ sich seine grandiose Niederlage mit einer riesigen Abfindung versüßen.

 Sieger: Der eine, Chris Gent (r.), bekommt Mannesmann, der andere, Klaus Esser, 60 Millionen Mark
AP
Sieger: Der eine, Chris Gent (r.), bekommt Mannesmann, der andere, Klaus Esser, 60 Millionen Mark

Wer den Wert eines Unternehmens binnen 80 Tagen um 150 Milliarden Mark auf 354 Milliarden Mark erhöht, kann kein Verlierer sein. Stimmt's?

60 Millionen Mark Abfindung kassierte Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser (53) für den - grandios gescheiterten - Versuch, die feindliche Übernahme des Traditionskonzerns durch die britische Mobilfunkgruppe Vodafone abzuwehren. Ein heißer Handschlag aus Platin ­ für eine gefloppte Verteidigungsstrategie in der größten Übernahmeschlacht aller Zeiten.

Im Glauben an die Treue seiner Aktionäre hatte Esser eine der größten Werbeschlachten der deutschen Wirtschaftsgeschichte inszeniert. Statt mit Vodafone-CEO Chris Gent Formen eines friedlichen Zusammengehens zu erörtern, um Zeit für einen wirksamen Abwehrplan zu schinden, setzte der frühere Finanzchef auf Spiel, Satz ­ und Niederlage. Am Ende hatten weder Aufsichtsrat noch institutionelle Anleger den Juristen bei seiner Kampagne um den Erhalt der Mannesmann AG unterstützt. Mitte Februar war die Schlacht entschieden.

Noch mal: Kann einer, der 60 Millionen Mark Abfindung einstreicht, ein Verlierer sein, selbst wenn er unbedingt einer hätte sein wollen?




Die Köpfe 2000 im Überblick

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