Jenoptik "Adele" auf Raten

Lothar Späth läutet seinen Rückzug vom Amt des Konzernlenkers ein. Eine Hintertür lässt sich der Sanierungs-Manager allerdings offen.

Hamburg/Jena - Späth will seinen in zwei Jahren auslaufenden Vertrag mit Jenoptik nicht verlängern. "Aber nur, wenn hier in Jena alles glatt läuft und nicht eine Krise passiert. Dann bleibe ich länger", sagte der 63-Jährige einschränkend der "Bild am Sonntag".

Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg ist seit 1991 Vorstandschef der Jenoptik GmbH, die dem Land Thüringen gehört. In Jena bewährte sich der CDU-Politiker als Sanierer.

Vor Späths Start wurden fast alle Geschäftsfelder, die die alte Carl Zeiss Jena in 150 Jahren weltberühmt gemacht hatten, an den westlichen Firmensitz in Oberkochen verlagert.

Aus weiteren Teilen des alten DDR-Kombinats, das im internationalen Wettbewerb nicht lebensfähig war, entstand die Jenoptik. Späth strukturierte das Unternehmen um, 16.000 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz.

Inzwischen ist das Unternehmen schuldenfrei und schreibt schwarze Zahlen. Nach früheren Angaben erzielte Jenoptik im ersten Halbjahr dieses Jahres mit 47 Millionen Euro einen Rekordüberschuss, nachdem 1999 noch Verluste gemacht worden waren.

Späth hatte im Sommer angekündigt, der Jahresüberschuss des Unternehmens werde 150 Prozent über dem Wert des Vorjahres liegen. Bei Jenoptik sind gut 5000 Mitarbeiter beschäftigt.

Ein politisches Amt, so versicherte Späth, strebe er nicht mehr an. Seiner Partei riet er , sie müsse "mehr Tempo vorlegen, die Regierung hetzen".

Die CDU dürfe die Reformen der Regierung Gerhard Schröder (SPD), "die doch im Großen und Ganzen vernünftig sind, nicht in Frage stellen". Sie müsse sich "an die Spitze der Bewegung setzen, um Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Die Schnellen fressen die Langsamen".

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