Tochter Morton Salt K+S offenbar kurz vor Verkauf des US-Salzgeschäfts

Das US-Salzunternehmen Morton Salt hat dem deutschen K+S-Konzern seit dem Kauf vor gut zehn Jahren kaum Freude bereitet. Jetzt steht offenbar die Veräußerung kurz bevor.
Salzabbau bei K+S in Bernburg

Salzabbau bei K+S in Bernburg

Foto: Jens Wolf/ dpa

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S  ist bei dem geplanten Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts offenbar kurz vor dem Ziel. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg  zufolge soll die US-Tochter Morton Salt für rund drei Milliarden Dollar oder umgerechnet knapp 2,6 Milliarden Euro an die Kissner Group gehen. Die Transaktion könnte bereits in dieser Woche besiegelt und bekanntgegeben werden, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein Sprecher von K+S wollte dem Bericht zufolge die Informationen nicht kommentieren. Bei Kissner sei zunächst niemand zu erreichen gewesen.

K+S hatte das US-Unternehmen Morton Salt 2009 für rund 1,7 Milliarden Dollar gekauft und im März angekündigt, die Sparte wegen des hohen Schuldenbergs verkaufen zu wollen. Diesen hatten die Kasseler durch den milliardenteuren Bau eines Kaliwerks in Kanada angehäuft. Der Abbau der Schulden geriet auch wegen träger Geschäfte ins Stocken geriet. Unter anderem durch den Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts soll die Verschuldung bis Ende 2021 früheren Angaben zufolge um deutlich mehr als 2 Milliarden Euro abgebaut werden.

Der bei der Ankündigung umfassender Maßnahmen im Dezember ebenfalls in Betracht gezogene Teilverkauf der Sparte Europa+, zu der auch das neue kanadische Kaliwerk Bethune zählt, ist damit vom Tisch. Der mögliche Verkauf von Morton Salt könnte den in den vergangenen Monaten stark unter Druck stehenden Aktienkurs etwas stützen. Alleine in diesem Jahr sank der Börsenwert des im MDax  notierten Unternehmens um 45 Prozent auf nur noch knapp 1,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Herbst 2015, als das Unternehmen noch im Dax  notiert war, lag die Marktkapitalisierung noch bei rund sechs Milliarden Euro.

cr/dpa-afx
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