Just-Eat-Takeaway-Aktie haussiert Amazon steigt bei Essenslieferdienst Grubhub ein

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon beteiligt sich am Essenslieferdienst Grubhub. Der US-Konzern übernehme zunächst einen Anteil von 2 Prozent, teilte der Grubhub- und Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway mit. Die Aktie haussiert.
Grubhub: Hilfe von Amazon

Grubhub: Hilfe von Amazon

Foto: ANDREW KELLY / REUTERS

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon beteiligt sich am strauchelnden Essenslieferdienst Grubhub. Der US-Konzern übernehme zunächst einen Anteil von 2 Prozent, teilte der Grubhub- und Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway.com am Mittwoch mit. Am Aktienmarkt sorgte die Nachricht für Begeisterung. Die Just-Eat-Takeaway.com-Aktie legte im frühen Handel fast 20 Prozent auf 16,45 Euro zu. Das Papier hatte seit Jahresbeginn 70 Prozent an Wert eingebüßt.

Die Unternehmensbeteiligung soll auch Vorteile für die Amazon-Kunden und Zuwachs für das Geschäft von Grubhub bringen: Konkret können Prime-Mitglieder in den USA für ein Jahr kostenlos eine Grubhub-Mitgliedschaft eingehen und zahlen keine Liefergebühren für Restaurantmahlzeiten, wenn die Bestellung den Wert von zwölf Dollar übertrifft. Das werde das Geschäft anschieben, sagte Grubhub-Chef Adam DeWitt. Bringt der Deal genügend Kunden, kann Amazon seine Beteiligung an dem US-Essenslieferdienst um zusätzlich bis zu 13 Prozent aufstocken. Der Onlinehändler aus den USA kennt sich in dem Geschäft bereits aus: So ist Amazon an Deliveroo aus Großbritannien beteiligt und liefert mit Amazon Fresh selbst Lebensmittel aus.

Grubhub steht angesichts der großen Konkurrenz in den USA durch DoorDash und Uber Eats unter Druck . Der Chef von Just Eat Takeaway.com, Jitse Groen, hatte erklärt, bei Grubhub verschiedene strategische Optionen durchzuspielen - darunter auch einen Verkauf des erst vor einem Jahr für 5,8 Milliarden Dollar erworbenen Unternehmens. Der Prozess dauere an, hieß es nun. Der Ausgang der Bemühungen sei unklar.

Nach der Hochphase in der Corona-Krise achten Kunden weltweit angesichts von Inflation und Wirtschaftsabkühlung mehr auf ihr Geld und sparen deswegen auch beim Einkauf, was wiederum das Interesse an Essenslieferdiensten senkt. Wie die meisten Wettbewerber schreibt Grubhub Verluste. Vor Steuern betrug das Minus im vergangenen Jahr 403 Millionen Euro.

la/rtr
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