Bezos vs. Musk Blue Origin klagt gegen Nasa-Auftrag an SpaceX

Der Wettstreit der Reichsten um die kommerzielle Raumfahrt geht vor Gericht weiter. Jeff Bezos' Firma Blue Origin hat die USA wegen eines 2,9-Milliarden-Dollar-Auftrags an SpaceX von Rivale Elon Musk verklagt.
Allambitioniert: Amazon- und Blue-Origin-Gründer Jeff Bezos im Raumanzug

Allambitioniert: Amazon- und Blue-Origin-Gründer Jeff Bezos im Raumanzug

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Cover-Images

Die von Jeff Bezos (57) gegründete Raumfahrtfirma Blue Origin hat die USA verklagt. Hintergrund ist die Entscheidung der Raumfahrtbehörde Nasa, einen 2,9 Milliarden Dollar teuren Auftrag für eine Mondlandefähre dem Unternehmen SpaceX von Elon Musk (50) zu erteilen.

Blue Origin erklärte am Montag, die am vergangenen Freitag vor dem Bundesgericht US Court of Federal Claims eingereichte Klage sei "ein Versuch, die im Vergabeprozess für das Human Landing System der Nasa gefundenen Fehler zu heilen".

Das Unternehmen fügte an, "die in dieser Vergabe entdeckten Probleme und deren Ergebnisse müssen adressiert werden, um Gerechtigkeit wiederherzustellen, Wettbewerb zu schaffen und Amerika eine sichere Rückkehr zum Mond zu sichern".

Im vergangenen Monat hatte der Rechnungshof GAO sich auf die Seite der Nasa geschlagen, die sich für einen einzigen Anbieter einer Mondlandefähre entschieden hatte, und wies damit den Einspruch von Blue Origin ab.

Die Klageschrift bleibt unter Verschluss. Der Nasa wurde eine Antwortfrist bis zum 12. Oktober gesetzt.

Erste Astronauten auf dem Mond seit 1972

Blue Origin und die Rüstungsfirma Dynetics vertreten den Standpunkt, die Nasa sei verpflichtet, mehrere einzelne Aufträge zu vergeben. Der Rechnungshof erklärte, er weise die Argumente zurück, dass die Nasa mit ihrem Einzelauftrag an SpaceX Vorschriften verletzt habe.

Die von Amazon-Milliardär Bezos gegründete Raketenfirma Blue Origin kommentierte, sie sehe weiterhin "grundlegende Probleme" in der Nasa-Entscheidung, die vom GAO "wegen dessen begrenzter Zuständigkeit" nicht behandelt werden könnten. Das Unternehmen werbe weiterhin für die Vergabe an zwei verschiedene Auftragnehmer, weil dies die richtige Lösung sei.

Die Nasa, die zunächst keinen Kommentar auf die nun von Blue Origin eingereichte Klage abgab, hatte im Juli erklärt, "die Entscheidung des GAO wird der Nasa und SpaceX ermöglichen, einen Zeitplan für die erste bemannte Landung auf dem Mond seit mehr als 50 Jahren zu erstellen". Auch die von Tesla-Milliardär Musk geführte SpaceX nahm am Montag zunächst keine Stellung.

Die Nasa hatte in ihrem "Artemis"-Programm um Entwürfe für eine Raumfähre gebeten, die erstmals seit 1972 Astronauten auf die Mondoberfläche bringen soll. Im April vergab sie den Auftrag, ein solches Raumfahrzeug schon 2024 zu bauen, an SpaceX. Blue Origin legte Einspruch ein. Die Nasa habe SpaceX einen unfairen Vorteil verschafft, indem eine Korrektur der Preisforderung erlaubt wurde.

Bezos hat angeboten, bis zu zwei Milliarden Dollar der Kosten der Nasa zu decken, falls die Agentur Blue Origin einen Auftrag verschaffe.

ak/Reuters