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2018: Popstar im Siemens-Vorstand Der Managementstil der Janina Kugel

Charisma, Sichtbarkeit in den sozialen Medien und eine gehörige Portion Machtinstinkt. Personalvorständin Janina Kugel hat aus sich selbst eine Marke gemacht. Das birgt in der Siemens-Welt auch Risiken.
aus manager magazin 1/2019
Aufsteigerin: Janina Kugel (48) hat sich durchgekämpft.

Aufsteigerin: Janina Kugel (48) hat sich durchgekämpft.

Foto: 2018 Photothek

Janina Kugel (49) weiß, was sich für einen Popstar gehört. Gut ein Dutzend Frauen sind zur Bühne im großen Festsaal des "Bayerischen Hofs" in München geströmt, sie überschütten sie mit Komplimenten. "Hätte ich solch ein Vorbild wie Sie vor 20 Jahren gehabt, wäre mein Berufsleben anders verlaufen", sagt eine. Visitenkarten werden gereicht, E-Mails angekündigt. Die Siemens-Personalvorständin harrt geduldig aus, bis die letzte Verehrerin von dannen zieht: "Solch eine tolle Rede."

"Vielen Dank", ruft Kugel.

Die Umschwärmte könnte inzwischen täglich Vorträge zum Trendthema Diversity halten, viele Anfragen muss sie abwimmeln. "Ich habe mir nicht vorstellen können, wie hoch das öffentliche Interesse an einem Vorstand sein kann", sagt sie.

Sie hätte auch sagen können: Mein Plan ist aufgegangen. Janina Kugel ist zu einer Marke geworden.

Ihr Auftritt im "Bayerischen Hof" zur Eröffnung des German-Arab Women Business Leaders Summit ist ein Beispiel kugelscher Perfektion. Ihr Thema: Der Stand der Gleichstellung in der deutschen BusinessCommunity. Versammelt ist die weibliche Hautevolee der arabischen Wirtschaft, man will sich mit deutschen Unternehmerinnen austauschen. Elegante Outfits, teure Handtaschen, einige Damen tragen den Hidschab, das Kopftuch der Musliminnen.

Mit ihrer dunklen Hornbrille, den streng zurückgebundenen Haaren und Plateaupumps an den nackten Füßen wirkt Kugel lässig, analytisch, feminin. In fließendem Englisch spricht sie über die Dominanz männlicher Monokulturen und kritisiert den "Thomas-Kreislauf": Vorstände rekrutieren am liebsten ihresgleichen, überwiegend männliche Wirtschaftswissenschaftler Mitte 50, ein Thomas den anderen. Amüsierte Lacher im Publikum, der Thomas-Gag kommt immer an.

Keine andere Vorständin in Deutschland sendet so gekonnt und kompetent ihre Botschaften wie die Siemens-Frau. Rhetorisches Talent und Charisma paaren sich bei ihr zu einem speziellen Glaubwürdigkeitseffekt: Da hat sich jemand durchgesetzt, der zu den Netzwerken der Männer der deutschen Wirtschaft den größtmöglichen Gegensatz bildet.

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