Hamburg goes Wilhelmshaven Hapag-Lloyd darf Maersk-Anteile am Jade-Weser-Port übernehmen

Die Reederei Hapag-Lloyd steigt beim Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port ein und verbessert ihre Wettbewerbsposition. Kurios ist allerdings, dass Hamburg 13,9 Prozent an Hapag-Lloyd gehören – und sich die Stadt somit selbst Konkurrenz macht.
Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven: Das Terminal steht allen Reedereien zur Verfügung

Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven: Das Terminal steht allen Reedereien zur Verfügung

Foto: Ingo Wagner/ dpa

Die EU-Kommission hat die Beteiligung der Reederei Hapag-Lloyd am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven genehmigt. Die Brüsseler Behörde teilte am Montag mit, dass der geplante Einstieg nur begrenzte Auswirkungen auf den Binnenmarkt habe und daher keine wettbewerblichen Bedenken aufwerfe.

Reedereichef Rolf Habben Jansen (55) will sich mit Hapag-Lloyd beim Jade-Weser-Port mit 30 Prozent am Container Terminal Wilhelmshaven (CTW) und mit 50 Prozent am Rail Terminal Wilhelmshaven (RTW) beteiligen. Der Terminalbetreiber Eurogate soll die verbleibenden Anteile halten.

Für Hapag-Lloyd bedeutet die Übernahme der 30-Prozent-Anteile vom dänischen Wettbewerber Maersk eine Verbesserung der Wettbewerbsposition im Schiffsverkehr mit Fernost. Zum Kaufpreis war im September des vergangenen Jahres Stillschweigen vereinbart worden.

Der 2012 in Betrieb genommene Jade-Weser-Port könnte jährlich 2,7 Millionen Standardcontainer (TEU) umschlagen, die Auslastung liegt bisher aber weit unter den ursprünglichen Prognosen. Es wird nun erwartet, dass der Einstieg von Hapag-Lloyd das Umschlagvolumen steigern kann, zumal die Voraussetzungen einer 18 Meter tiefen Fahrrinne und besonders großen Containerbrücken ideal sind.

Konkurrierende Häfen, wann kommt die Fusion?

Ein weiterer Vorteil: die Fahrzeit der Schiffe nach China verringere sich um etwa einen Tag, wenn die Frachter Wilhelmshaven statt Hamburg anlaufen und so die Reise durch die Elbe einsparen. Derzeit ist der Umschlag in Hamburg mit rund 8,5 Millionen TEU jedoch noch etwa zwanzigmal so hoch wie der in Wilhelmshaven.

Da die Stadt Hamburg mit 13,9 Prozent an der Reederei Hapag-Lloyd beteiligt ist, würde eine künftige Stärkung des konkurrierenden Nordseehafens allerdings eher zu verschmerzen sein – zumal es ja in Schifffahrtskreisen viele Stimmen gibt, die sich sowieso für eine baldige Fusion der norddeutschen Häfen Hamburg, Wilhelmshaven und Bremerhaven aussprechen.

hr mit Nachrichtenagenturen
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