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Irrationale Entwicklung

Editorial: Das Vertrauen in die Eliten der westlichen Volkswirtschaften ist erschüttert (mm 11/2002)
aus manager magazin 1/2003

Ihr Editorial entspricht dem, was der aufmerksame Analyst und Anleger bereits vor Jahren bemerken konnte, wohl aber nicht wollte. Dennoch sollte jeder potenzielle Aktienkäufer oder Aktienbesitzer diesen Artikel beherzigen. Allerdings haben Sie leider eine Gruppe unerwähnt gelassen, nämlich die Politiker, die diesem Treiben Vorschub geleistet haben oder zu blind sind, die Folgen ihrer Gesetzgebung zu bemerken.

Achim Lange, per E-Mail

Ich stimme Ihnen zu, wenn Sie im Editorial die Glaubwürdigkeitskrise als eine wesentliche Ursache für den derzeitigen wirtschaftlichen Niedergang nennen.

Neben den aufgeführten Analysten, Investmentbankern, Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsräten tragen allerdings auch die Medien an der Vertrauenskrise einen gehörigen Anteil. Bei vielen historischen Blasen waren Journalisten Trendverstärker, und ohne ihre Mithilfe wäre die irrationale Entwicklung der New Economy nicht in diesem Maße möglich gewesen.

Ralf Dibbern, per E-Mail

Ihr Editorial bringt das Problem der globalen Ökonomie diagnostisch zwar auf den Punkt der Glaubwürdigkeitskrise, es fehlt aber die Therapie mit Handlungsanweisungen.

Die individuelle Bereicherung ist das Ziel unseres Wirtschaftens, keine Abirrung von ihm. Wo Vertrauen nie echt war, kann es auch nicht wirklich gebrochen werden. De facto wurde es seit jeher meist bloß vorgetäuscht beziehungsweise inszeniert. Das nennt man Kommunikation, doch die Communio - die Gemeinschaft - als Grundlage fehlt.

Eine ehrliche gegenseitige Loyalität - heute ein Modewort - müsste zuallererst erlernt und eingeübt werden, denn sie basiert nicht auf materiellen Anreizen. Da dieser Bedarf unserer Ökonomie noch nicht einmal erkannt ist, ist an eine Umsetzung im wirtschaftlichen Alltag nicht mal zu denken. Stephen Korth, Oldenburg

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