Donnerstag, 22. August 2019

Steuervermeidung US-Konzerne horten Billionen-Gewinne im Ausland

Hafen auf den Bermudas: Fast drei Viertel haben Töchter in Steueroasen

Zuhause zahlen sie 35 Prozent, anderswo nur 6 Prozent. Deshalb haben US-Konzerne einer Studie zufolge gut zwei Billionen Dollar im Ausland geparkt. Spitzenreiter ist Apple.

Die 500 größten US-Konzerne horten laut einer neuen Studie Gewinne in Höhe von 2,1 Billionen Dollar im Ausland, auf die sie in der Heimat insgesamt 620 Milliarden Dollar Steuern zahlen müssten. Zu diesem Ergebnis kamen die Nichtregierungsorganisationen Center for Tax Justice und US Public Interest Research Group Education Fund, indem sie Angaben gegenüber der US-Börsenaufsicht auswerteten.

Den Ergebnissen zufolge betreiben nahezu drei Viertel der Unternehmen Tochterfirmen in Ländern wie den Bermudas, Irland, Luxemburg und den Niederlanden. Spitzenreiter ist demnach Apple Börsen-Chart zeigen, das 181,1 Milliarden Dollar außerhalb des Landes geparkt hat und bei einer Rückführung des Geldes in die USA 59,2 Milliarden Dollar an Steuern zahlen müsste.

Der Industriekonzern General Electric Börsen-Chart zeigen kommt der Studie zufolge auf 119 Milliarden, der Softwarehersteller Microsoft Börsen-Chart zeigen auf 108,3 Milliarden und die Pharmafirma Pfizer Börsen-Chart zeigen auf 74 Milliarden Dollar. Laut ihren Angaben gegenüber den Behörden zahlten die Konzerne im Ausland durchschnittlich nur sechs Prozent an Unternehmenssteuern, wohingegen in der Heimat 35 Prozent fällig würden.

Die Studienautoren forderten, der US-Kongress solle "entschiedene Schritte ergreifen, um Konzerne von der Nutzung von Steueroasen abzuhalten". Dadurch werde "grundsätzliche Fairness ins Steuersystem zurückkehren, das Defizit sinken und die Funktionsfähigkeit der Märkte verbessert".

dab/rei/reuters

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung