Freitag, 20. September 2019

Weltgrößter Rückversicherer mit Gewinneinbruch Munich Re kann Prognose halten, wenn ...

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REUTERS

Fehlschläge an den Kapitalmärkten haben bei der Munich Re im dritten Quartal tiefe Spuren hinterlassen. Von Juli bis September brach der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent auf 525 Millionen Euro ein, wie der weltgrößte Rückversicherer am Donnerstag in München mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 670 Millionen Euro gerechnet. "Die Kapitalmarktturbulenzen haben ihre Spuren im Kapitalanlageergebnis hinterlassen", erklärte Finanzvorstand Jörg Schneider. Verluste mit Derivaten und beim Verkauf von Wertpapieren sowie Abschreibungen auf Aktienbestände schlugen ins Kontor. Trotzdem sei der angepeilte Gewinn von mindestens drei Milliarden Euro im Gesamtjahr noch erreichbar. Die Munich Re-Aktie gab 1,6 Prozent nach.

Die Rendite auf die eigenen Kapitalanlagen werde im Gesamtjahr nur bei 3,0 statt der bisher erwarteten 3,3 Prozent liegen, warnte der Rückversicherer. Nach neun Monaten lag sie noch bei 3,0 Prozent, im dritten Quartal waren es wegen der Wertkorrekturen jedoch nur noch 2,6 Prozent.

Trotzdem könne die Munich Re ihre Prognose halten, wenn sich im vierten Quartal nichts Unvorhergesehenes ergebe, hieß es in der Mitteilung. 2015 hatte der Rückversicherer 3,15 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet. "Bei den bestehenden Unwägbarkeiten überwiegen im Geschäftsfeld Ergo die Risiken und in der Rückversicherung die Chancen", sagte Schneider. Der neue Chef der Düsseldorfer Erstversicherungstochter Ergo, Markus Rieß, kündigte nach einer Halbierung des operativen Quartalsgewinns für das Frühjahr 2016 eine neue Strategie an. "Um Ergo zukünftig in allen Bereichen wettbewerbsfähig aufzustellen, werden wir die gesamte Wertschöpfungskette überprüfen", sagte er.

Im Quartal wäre der Gewinn noch schwächer ausgefallen, wenn die Munich Re nicht einen Steuerertrag von 101 Millionen Euro hätte verbuchen können. Zudem profitierte sie von der Auflösung von Rückstellungen für alte Schadenfälle von rund 200 Millionen Euro. Der größte Einzelschaden im dritten Quartal war die Explosion im Hafen der chinesischen Stadt Tianjin, der die Munich Re 175 Millionen Euro kostet. Vor allem die von Menschen verursachten Großschäden stiegen an.

Die Bruttobeiträge kletterten im dritten Quartal nur noch wegen des schwachen Euro um 3,6 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Ohne diese Währungseffekte wären sie um 1,5 Prozent gesunken, in der Rückversicherung sogar um drei Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet die Munich Re nun mit Beitragseinnahmen von rund 50 (2014: 48,8) Milliarden Euro, das liegt in der Mitte der bisher genannten Spanne.

ts/Reuters

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