Dienstag, 12. November 2019

Streikdrohung bei der Lufthansa "Das werden keine pille-palle Arbeitskämpfe"

Lufthansa-Logo: Der Konzern steckt in schwierigen Verhandlungen

Bei der Lufthansa ist bei den Tarifstreitigkeiten mit wichtigen Mitarbeitergruppen keine Lösung in Sicht. Der Konflikt mit den Flugbegleitern hat sich sogar weiter zugespitzt. Auf das jüngste Tarifangebot der Lufthansa reagierte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, empört. Er könne keinerlei Gesprächsgrundlage mehr erkennen, sagte er. "Das wahrscheinlichste Szenario sind jetzt Streiks. Wir bereiten uns intensiv darauf vor", sagte Baublies. "Das werden keine pille-palle Arbeitskämpfe."

Vorgehensweise und Inhalt des Lufthansa-Schreibens zu den Flugbegleitern seien eine einzige Provokation. Lufthansa habe sämtliche diskutierte Sparmaßnahmen verschärft, während man die Schutzmechanismen für die Beschäftigten herausgenommen habe, sagte Baublies. Der Konzern hatte nach eigenen Angaben Vorschläge zur Reform der Betriebsrenten sowie Gehaltserhöhungen für Beschäftigte angeboten, die vor 2013 eingestellt wurden.

"Waren wohl zu friedlich"

Baublies forderte das Unternehmen auf, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern. Bis dahin werde es keine Streikankündigung geben, sagte der Gewerkschaftsführer. Er will das weitere Vorgehen für die rund 19.000 Flugbegleiter mit den anderen Luftverkehrsgewerkschaften abstimmen.

"Wir waren wohl zu friedlich", sagte Ufo-Chef Baublies. Die Flugbegleiter hatten sich in den vergangenen Monaten zurückgehalten, während die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) einen harten Streikkurs fuhr. Man werde nun Kontakt zur Pilotenvereinigung und auch zur Gewerkschaft Ver.di suchen, um ein gemeinsames Vorgehen zu verabreden, sagte Baublies.

Bislang verhandeln die drei Gewerkschaften nach Beschäftigtengruppen getrennt über Gehälter und Versorgungsansprüche der Lufthansa-Mitarbeiter in Deutschland.

Die Piloten haben seit April 2014 bereits 13-mal gestreikt, waren zuletzt aber wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt, nachdem ein Gericht ihren Ausstand als unrechtmäßig eingeschätzt hatte.

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ts/mmq/dpa

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