Freitag, 20. September 2019

Piloten verlängern Streik bis Mittwoch Was Lufthansa-Kunden jetzt wissen müssen

Lufthansa-Maschinen in München: Gut die Hälfte der Langstreckenflieger der Lufthansa sollen am Dienstag trotz Streiks abheben. Am Mittwoch wollen die Piloten dann auf Kurz- und Mittelstrecke die Arbeit niederlegen

Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa haben die Piloten ihren Streik bis Mittwoch verlängert. Damit werden am Dienstag und am Mittwoch etliche Lufthansa-Flieger am Boden bleiben - am Dienstag zunächst im Langstreckenverkehr, tags darauf dann bei Kurz- und Mittelstreckenflügen.

Die erste Streikwelle kündigte die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) am Montagmorgen an; abends gab die Verlängerung des Arbeitskampfes bis zum Mittwoch bekannt. Sie erhöht damit den Druck auf die Fluggesellschaft, mit der sie um Rentenfragen und um die künftige Unternehmensstruktur streitet. Grundsätzlich seien jetzt jede Woche neue Streiks der Piloten möglich, sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Nur Arbeitsniederlegungen an den Weihnachstagen schließe man derzeit aus.

Für Montag und Dienstag hatte Lufthansa nach der ersten Streikankündigung nur 84 Langstreckenflüge absagen müssen. Mit Hilfe freiwilliger Crews und aushelfender Piloten aus dem Management wollte Europas größte Fluggesellschaft mehr als die Hälfte der vom Streik bedrohten Langstrecken-Verbindungen anbieten.

Definitiv gestrichen waren zuletzt 84 Übersee-Flüge von und nach Frankfurt, München und Düsseldorf. Die ersten Maschinen blieben bereits am Boden. Lufthansa wollte möglichst viele Passagiere aus diesen Flugzeugen auf andere Gesellschaften umbuchen. 90 Überseeflüge sowie sieben Frachter können hingegen im Streikzeitraum zwischen 8.00 und 24.00 Uhr am Dienstag abheben, wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilte.

Über die Auswirkungen des weiteren Streiktages gab es zunächst keine Informationen. Lufthansa plant täglich rund 1500 Flüge, die Masse davon auf den Kurz- und Mittelstrecken. Es handelt sich bereits um die 13. Arbeitsniederlegung in dem seit Anfang 2014 laufenden Tarifkonflikt.

Passagiere aus den gestrichenen Flügen sollen laut Lufthansa so gut wie möglich auf andere Fluggesellschaften umgebucht werden, um sie doch noch ans Ziel zu bringen. Die entstehenden Mehrkosten muss die Lufthansa tragen.

Am Dienstag werden nach Agentur-Angaben etwa 20.000 Lufthansa-Gäste festsitzen. Die Arbeitsniederlegung dürfte insbesondere Urlaubsheimkehrer treffen, da in den bevölkerungsreichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg in einer Woche die Schule wieder beginnt.

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