Samstag, 7. Dezember 2019

Gewinnsprung stärkt K+S im Übernahmekampf Nimm das, Potash

Salzgewinnung bei K+S: Die mittelfristigen Perspektiven sind "sehr attraktiv"

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S lässt im Übernahme-Kampf mit dem kanadischen Konkurrenten Potash seine Zahlen sprechen und gibt sich weiter kämpferisch. "Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass der Preis nicht annähernd dem fundamentalen Wert von K+S entspricht", bekräftigte Finanzchef Burkhard Lohr am Donnerstag die Ablehnung.

Der Dax-Konzern hatte das Ende Juni bekannt gewordene Angebot von 41 Euro bereits mehrfach als zu niedrig zurückgewiesen. Zudem fehlten verbindliche Zusagen zum Schutz der Interessen der weltweit mehr als 14.000 K+S-Beschäftigten. Sollte allerdings ein neuer Vorschlag unterbreitet werden, würde dieser mit aller Sorgfalt geprüft.

Nach einem starken zweiten Quartal konkretisierten die Nordhessen die Prognosen. Für 2015 rechnet K+S mit einem operativen Ergebnis (Ebit I) von 780 bis 860 Millionen Euro. Der Umsatz dürfte sich dabei auf 4,35 bis 4,55 Milliarden Euro erhöhen.

Im vergangenen Jahr hatte K+S wegen der Turbulenzen am Kalimarkt bei einem Umsatz von 3,8 Milliarden Euro operativ nur 641 Millionen Euro verdient und zuletzt deutliche Steigerungen in Aussicht gestellt. Auch die mittelfristigen Perspektiven seien "sehr attraktiv", betonte Lohr. 2020 soll der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) etwa 1,6 Milliarden Euro betragen - das wären fast 80 Prozent mehr als 2014.

Dabei stütze sich der Konzern auf ein "sehr starkes Gesamtergebnis" im ersten Halbjahr, betonte Konzernchef Norbert Steiner. Das Unternehmen habe von höheren Durchschnittspreisen im Salz- und Kaligeschäft sowie der Euro-Schwäche profitiert. Auch die Sparprogramme lieferten die erwarteten Ergebnisse.

Im zweiten Quartal legte der Umsatz um 16,4 Prozent auf 914 Millionen Euro zu. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und vor Bewertungsveränderungen von Derivaten (Ebit I) erhöhte sich mit 13,9 Prozent auf 179 Millionen Euro fast ebenso kräftig. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Gewinn von knapp 119 Millionen Euro, 46 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Mit seinen Kennzahlen übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Am Finanzmarkt war die Reaktion entsprechend positiv. Die Aktien legten in den ersten Handelsminuten in einem freundlichen Umfeld 1,4 Prozent auf 36,50 Euro zu.

Bernstein-Analyst Jeremy Redenius zeigte sich in einer ersten Reaktion zwar mit den Ergebnissen insgesamt zufrieden. Allerdings habe die Entwicklung im Kaligeschäft im zweiten Quartal etwas enttäuscht und auch der Ausblick liege etwas unter den Erwartungen.

Viel Geld stecken die Kasseler unterdessen weiterhin in eine neue Mine in Kanada. Der Bau des neuen Kaliwerks liege weiter im Zeitplan und im Kostenrahmen. Es dürfte bei einem unveränderten Investitionsbudget von 4,1 Milliarden kanadischen Dollar (2,8 Mrd Euro) im Sommer 2016 den Betrieb aufnehmen.

So erschließt sich K+S die erste Kali-Lagerstätte außerhalb Europas. Deren Wert sei im Potash-Gebot nicht berücksichtigt. K+S und Potash gehören zu den größten Kali-Herstellern der Welt. K+S ist zudem der weltgrößte Salzhersteller, Potash ist in diesem Bereich bislang nicht vertreten.

Im Sommer 2013 hatte der Ausstieg von Uralkali aus einer Vertriebsallianz Turbulenzen auf dem Kalimarkt ausgelöst. Kunden hielten sich zurück. Die Preise gerieten zunächst stark unter Druck. Mit einem Sparprogramm steuerte auch K+S gegen. Eine robuste Nachfrage sorgte aber bereits im vergangenen Jahr für eine deutliche Erholung.

nis/dpa-afx

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