Freitag, 20. September 2019

Währungsfonds beschwichtigt IWF sieht in China keine Krise

Shanghais Finanzdistrikt Pudong: Schockwellen für die Weltwirtschaft

Der Wirtschaftsabschwung und der Kurseinbruch an den Börsen in China sind nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) keine Vorboten für eine Krise. Bei der Entwicklung handele es sich lediglich um eine "notwendige Anpassung" der Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, sagte IWF-Exekutivdirektor Carlo Cottarelli. Die Geldpolitik der Volksrepublik sei in den vergangenen Jahren sehr expansiv gewesen. Es sei absolut verführt, von einer Krise in China zu sprechen. Zwar schwäche sich die chinesische Realwirtschaft ab, dies sei aber ein natürlicher Vorgang.

China hatte am Freitag neue Schockwellen für die Weltwirtschaft ausgesendet. Die Geschäfte der Industrie liefen im August so schlecht wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Die Sorge vor einem Wachstumseinbruch in der Volksrepublik ließ rund um den Globus die Aktienkurse erneut einbrechen.

Die Regierung in Peking strebt in diesem Jahr ein Wachstum von sieben Prozent an. Es wäre der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Zuletzt wuchsen sowohl die Industrieproduktion als auch die Investitionen und die Umsätze im Einzelhandel schwächer als erwartet. Die Zentralbank versucht gegenzusteuern: Sie ließ die Landeswährung Yuan kräftig abwerten, was chinesische Waren im Ausland billiger macht. Seit 11. August gab der Kurs um drei Prozent zum Dollar nach.

ts/Reuters

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