Samstag, 20. April 2019

Dax-Umfrage Welche Dax-Konzerne Flüchtlingen helfen - und wer an ihnen verdient

Hunderttausende Flüchtlinge kommen nach Deutschland. Für viele Unternehmen ein Anlass zu helfen - und sich nach potenziellen neuen Mitarbeitern umzusehen.
Die Massenflucht von Asylsuchenden nach Deutschland hat in der deutschen Wirtschaft eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Nach einer Umfrage von manager magazin online unter den 30 Dax-Konzernen engagieren sich 23 von ihnen aktiv in der humanitären Hilfe für Flüchtlinge. Drei weitere bereiten Hilfen vor.

Lediglich drei Unternehmen gaben an, keinen aktiven Beitrag zur Linderung der Not der Flüchtlinge zu leisten. Der Dax-Konzern Siemens ließ die Fragen unbeantwortet.

Politiker streiten derzeit darüber, ob die Wirtschaft sich angemessen an den Kosten der Flüchtlingswelle beteiligt. Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, schlägt einen "Deutschlandfonds für Integration", in den die Wirtschaft 500 Millionen Euro einzahlen soll. Unionspolitiker weisen diese Forderung als ungerechtfertigt zurück.

Leistungen der Konzerne klaffen weit auseinander

Tatsächlich klaffen die freiwilligen Leistungen der befragten Konzerne weit auseinander. Daimler zum Beispiel hat unter anderem einen Millionenbetrag gespendet. Bayer stellt Mitarbeiter bei voller Bezahlung bis zu acht Tage von der Arbeit frei, wenn sie sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Eon stellt den Kommunen leer stehende Gebäude als Flüchtlingsunterkünfte mietfrei für fünf Jahre zur Verfügung.

Andere Dax-Konzerne dagegen tun trotz guter Geschäftslage und Rekordgewinnen nichts. Und manches Unternehmen verdient sogar an der Not der Flüchtlinge, indem es Grundstücke oder firmeneigene Wohnungen zur Unterbringung der Menschen an die Kommunen vermietet.

Weitgehend einig sind sich Deutschlands Großunternehmen darüber, dass die überwiegend jungen Zuwanderer für die Wirtschaft eine große Chance bieten, dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Daimler-Chef Dieter Zetsche hält dank des großen Zustroms an Arbeitskräften sogar ein zweites Wirtschaftswunder für möglich. Die große Mehrheit der Konzerne würde es begrüßen, wenn die Beschäftigung von Flüchtlingen erleichtert würde. 20 der 30 Dax-Unternehmen haben der Umfrage zufolge spezielle Ausbildungs- und Einstellungsprogramme für Zuwanderer aufgelegt oder planen dies.

Lesen Sie im folgenden, wie jedes einzelne Unternehmen zur Flüchtlingsfrage steht, wer hilft und in welchem Umfang:

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