Dienstag, 12. November 2019

Lufthansa-Streik Arbeitgeber werfen Piloten Schädigung der Volkswirtschaft vor

Infotafel im Flughafen München: 1000 Flüge gestrichen

Der Streik der Lufthansa-Piloten stößt auf scharfe Kritik. Arbeitgeberpräsident Kramer spricht von einem Angriff auf die unternehmerische Freiheit.

Die deutschen Arbeitgeber haben die Pilotengewerkschaft Cockpit wegen der 13. Streikrunde im Tarifkonflikt bei der Lufthansa scharf angegriffen. Der erneute Streik "untergräbt die Tarifautonomie und schädigt die gesamte Volkswirtschaft", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, der "Passauer Neuen Presse". Die tatsächlichen Ziele, die Cockpit mit dem Arbeitskampf verfolge, seien "rechtlich höchst fragwürdig".

Es gehe darum, wie die Lufthansa ihr Unternehmenskonzept umsetzen könne, "um im harten internationalen Wettbewerb gegenüber anderen Fluglinien bestehen zu können", verteidigte Kramer das Management. "Mit welchen Flugzeugtypen, mit welchen Fluglinien und mit welchen Unternehmensgruppen bestimmte Verbindungen bedient werden, ist Teil der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit, in die durch keinen Arbeitskampf eingegriffen werden darf", sagte Kramer.

Gerichte weisen Klage der Lufthansa zurück - Airline legt Berufung ein

Die Piloten bestreiken am Mittwoch vor allem Kurz- und Mittelstreckenverbindungen, weswegen die Lufthansa 1000 Flüge gestrichen hat. Betroffen sind laut Lufthansa 140.000 Passagiere. 500 Flüge sollen wie geplant abheben. Die Lufthansa-Tochter Germanwings ist von dem Streik am Mittwoch nicht betroffen.

Lufthansa Börsen-Chart zeigen und Germanwings waren am Dienstagabend vor Arbeitsgerichten in Frankfurt am Main und Köln mit ihrem Versuch gescheitert, den Streik mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen. Die Lufthansa legte in Frankfurt Berufung ein, über die das hessische Landesarbeitsgericht voraussichtlich am Vormittag verhandeln wird.

Cockpit hatte am Montagabend angekündigt, den am Dienstag um 8 Uhr begonnenen Streik auf den gesamten Mittwoch auszuweiten. Am Dienstag fiel bereits jeder zweite der rund 170 Langstreckenflüge aus, mehr als 20.000 Passagiere waren betroffen.

Eine Sprecherin der Lufthansa forderte Cockpit im ARD-"Morgenmagazin" zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Von den Streiks in den vergangenen 18 Monaten seien Millionen Passagiere betroffen gewesen, "das halten wir für unzumutbar". "Wir müssen mit der Vereinigung Cockpit zusammenkommen", fügte sie hinzu.

mik/spon/afp

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