Dienstag, 23. Juli 2019

Nordost-Passage Klimawandel im Dienste des Welthandels

Containerschiff Yong Sheng vor Rotterdam: Russland will viel Geld investieren, um noch mehr Schiffen die Fahrt über die Nordost-Passage zu ermöglichen

4. Teil: Durchfahrtverbot für das Greenpeace-Schiff

Im Frühjahr wurde sogar eine eigene staatliche Behörde aus der Taufe gehoben, die Administration der Polarmeer-Route. Sie ist verantwortlich für Russlands nördliches Hoheitsgewässer und erteilt ausländischen Schiffen wie der Yong Sheng Transitgenehmigungen und organisiert Unterstützung durch russische Lotsen und Eisbrecher.

Die neue Behörde soll den wachsenden Schiffsverkehr bewältigen, aber auch die Route besser kontrollieren. Erst kürzlich wurde etwa einem Greenpeace-Schiff die Durchfahrt verweigert.

Milliarden-Investition mit Risiken

Die Arctic Sunrise, ein Eisbrecher der Umweltorganisation, sollte durch seine Fahrt die Nordostpassage auf die Umweltgefahren durch die Erschließung der Region aufmerksam machen. "Die russischen Polargebiete gehören zu den letzten kaum angetasteten Regionen der Welt", erklärt Wladimir Tschuprow, Energieexperte bei Greenpeace in Russland.

Die Öl-und Gasförderung, sowie die Nutzung für die Schifffahrt seien eine direkte Bedrohung für die Natur, zum Beispiel durch Öllecks oder durch den Ruß der Schiffsmotoren.

Ohnehin glaubt Tschuprow nicht an die Wirtschaftlichkeit der Investitionen in der Arktis. "Mich würde mal interessieren, was der Kreml macht, wenn sich das Eis plötzlich wieder aufbaut, wofür einige neue Forschungen sprechen. Dann steht er ziemlich dumm da mit seinen Milliarden-Investitionen".

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