Sonntag, 8. Dezember 2019

Nordost-Passage Klimawandel im Dienste des Welthandels

Containerschiff Yong Sheng vor Rotterdam: Russland will viel Geld investieren, um noch mehr Schiffen die Fahrt über die Nordost-Passage zu ermöglichen

3. Teil: Die Gewinner: Russlands Energiekonzerne

Russland jedenfalls lässt sich von Zweiflern nicht beirren. Präsident Wladimir Putin sah sein Land bereits vor zwei Jahren als Profiteur der globalen Erwärmung. "Der Klimawandel dehne die eisfreie Periode aus und mache neue Bodenschätze zugänglich.", schwärmte Putin.

Das russische Transportministerium geht davon aus, dass sich der Warenstrom über die arktische Route in den nächsten Jahren auf bis zu neun Millionen Tonnen versiebenfacht.

"Wir investieren in Eisbrecher, neue Häfen, sowie in Sicherheits- und Kommunikationsinfrastruktur", sagt Ljudmila Britwina vom russischen Transportministerium. Erst kürzlich hat Putin zwei neue atomar betriebene Eisbrecher in Auftrag gegeben, die für die Schifffahrt. Gesamtkosten etwa zwei Milliarden Euro. Zudem kommen noch mehr als eine Milliarde Euro Investitionen in Häfen und andere Infrastruktur entlang der Strecke.

Moskaus neue Schatzkammer

Größter Nutznießer der staatlichen Pläne werden wohl Russlands Energiekonzerne sein. Der Gasproduzent Novatek plant auf der Halbinsel Jamal, im Norden Sibiriens, Russlands größtes Werk für Flüssiggas. Ab 2018 soll es per Schiff über die Polarroute nach Asien exportiert werden. Ein eigener Hafen ist bereits im Bau.

Zudem planen die staatlichen Energieriesen Gazprom Börsen-Chart zeigen und Rosneft Börsen-Chart zeigen , den arktischen Schelf nach Öl und Gas zu durchstöbern. Unter dem Meeresboden sollen riesige Vorkommen von Russlands wichtigsten Exportgütern schlummern. Irgendwann, wenn die Vorräte in Sibirien leer sind, soll die Arktis als neue Schatzkammer des Riesenreiches einspringen. Ohne eine Transportroute wäre eine solche Expansion undenkbar.

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