WM-Werbung mit blutenden Herzen Adidas greift erneut daneben

Kurz vor dem Start der Fußball-WM hat Hauptsponsor Adidas erneut grandios danebengeschossen: Mit einer blutigen Werbekampagne löste man einen massiven Shitstorm aus. Es ist nicht der erste für den zuletzt glücklosen Sportartikelhersteller.
Peinlicher Poldi: Adidas löst mit blutiger Werbung erneut einen Shitstorm aus

Peinlicher Poldi: Adidas löst mit blutiger Werbung erneut einen Shitstorm aus

Foto: Adidas

Hamburg - "How far will you go? Wie weit wirst du gehen?" Diese Frage, mit der der Sportartikelhersteller Adidas  seine neue Werbekampagne betitelt, hätte man sich in Herzogenaurach vielleicht einmal selbst stellen sollen. Die Antwort hunderter Facebook-Nutzer ist jedenfalls eindeutig: Mit seiner Werbung, in denen Spieler wie Lukas Podolski oder Bayern-Star Arjen Robben blutige Herzen in die Kamera halten, sei Adidas eindeutig zu weit gegangen und habe die Grenzen des guten Geschmacks klar überschritten.

Seit Adidas das Bild am Montag auf seiner Facebook-Seite gepostet hat, prasseln wütende Kommentare auf das Unternehmen ein. "Krank und geschmacklos", "ekelhaft", "wo ist Euer Hirn hin? "Eure Werbespezialisten habt ihr wohl lobotomiert?", lauten noch die harmloseren Kommentare. Massenhaft kündigen Kunden an, nie wieder bei Adidas kaufen zu wollen, und rufen zum Boykott auf.

Das Unternehmen übt sich indes - wieder einmal - in Schadensbegrenzung. Das für das Shooting verwendete Rinderherz sei regulär in einem Metzgerei-Fachgeschäft gekauft worden, betonte ein Sprecher. Man habe ein "kraftvolles Motiv" gesucht, um die "Leidenschaft der Spieler für die Weltmeisterschaft" zu unterstreichen. Die Leidenschaft von Tierschützern hat der Sportartikelhersteller hingegen offenbar unterschätzt

Die umstrittenen Fotos sind nicht der erste Fehlgriff der Herzogenauracher. Erst im Februar hatte der Konzern mit Sex-T-Shirts für Aufregung gesorgt, die sogar die brasilianische Tourismusbehörde auf den Plan riefen, weil sie darin eine Ermutigung zum Sextourismus sahen. Die T-Shirts nahm Adidas umgehend vom Markt.

Konkurrenz Nike  scheint indes ein deutlich glücklicheres Händchen in Sachen Werbung per social media zu haben. Sein Ende April lancierter Clip "Winner stays" wurde mittlerweile mehr als 71 Millionen mal angesehen und ist Experten zufolge der am häufigsten geteilte Spot des Jahres.

In einem aktuellen WM-Marken-Ranking der Social-Marketing-Plattform Unruly, das Video-Werbung rund um die WM analysierte, belegt Adidas lediglich Platz sieben - weit hinter Spitzenreiter Nike  , Samsung , Castrol, Coca-Cola , Emirates und ESPN.

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