Bis zu 20 Prozent mehr Umsatz Waffenschmiede Rheinmetall erwartet starkes Wachstum

In Zeiten des Krieges und der Aufrüstung schlägt die Stunde der Waffenschmieden. Rheinmetall-Chef Armin Papperger rechnet mit verdoppelten Umsätzen bis zum Jahr 2025. Der Konzern gilt als Dax-Aufstiegskandidat.
"Wir sind bereit für Zukäufe": Rheinmetall-Chef Armin Papperger

"Wir sind bereit für Zukäufe": Rheinmetall-Chef Armin Papperger

Foto: Marius Becker / dpa

Der Dax-Aufstiegskandidat Rheinmetall sieht sich dank des Nachfragebooms bei Rüstungsgütern auf steilem Wachstumskurs. "Über die kommenden Jahre sollte eine Wachstumsrate von 20 Prozent möglich sein", sagte Konzern-Chef Armin Papperger (59) dem "Handelsblatt" . Im Jahr 2025 dürfte der Umsatz in der Rüstungssparte auf über zehn Milliarden Euro steigen und sich damit mehr als verdoppeln. Papperger will zudem bei der möglichen Konsolidierung der Branche mitmischen. "Wir sind bereit für Zukäufe", sagte er.

Der Düsseldorfer Rüstungs- und Autozulieferkonzern hatte das vergangene Jahr mit einem Auftragsbestand von 24,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Das stimme Papperger zuversichtlich, im laufenden Jahr ein Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent zu erreichen, nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Die mittelfristige Prognose aus dem vergangenen Jahr sieht bis 2025 einen Konzernumsatz von 8,5 Milliarden Euro vor.

Rheinmetall hat in den vergangenen Jahren dank der steigenden Verteidigungsbudgets der Staaten einen stetig wachsenden Ordereingang für Rüstungsgüter verzeichnet. Der Ausbruch des Ukraine-Krieges hat die Nachfrage vieler Länder nochmals verstärkt. Allein Deutschland will mit einem Sondervermögen von über 100 Milliarden Euro die Bundeswehr besser ausstatten und sein jährliches Rüstungsbudget wie von der Nato seit Langem gefordert auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes anheben.

Rheinmetall wird davon profitieren: "Wir haben bereits die Kapazitätsplanung für die Munitionsseite bekommen. Auch im Bereich Logistikfahrzeuge erwarten wir kurzfristig Beauftragungen. Da sprechen wir jeweils von Summen in Höhe von zehn bis 20 Milliarden Euro. Wenn der Bundestag dem Paket zugestimmt hat, dann können die Verträge unterschrieben werden", sagte Papperger in dem Interview.

Das hat an der Börse bei Rheinmetall zu einem Höhenflug geführt. Im April markierte die derzeit im Nebenwerteindex MDax gelistete Aktie bei 225 Euro ein Allzeithoch. Aktuell wird das Papier mit rund 193 Euro gehandelt. Rheinmetall kann sich nun Hoffnungen machen, am Freitag in den Leitindex Dax aufzusteigen.

Das Unternehmen sieht sich nicht als reinen Rüstungskonzern, sondern als "Technologiekonzern, der breit aufgestellt ist". Erfahrungen aus dem Stammgeschäft könne Rheinmetall inzwischen auch in der Klima- und Haustechnik anwenden. Dies bringen "nennenswerte Erlöse", so Papperger und eröffne neue Wachstumschancen. Das Rüstungsgeschäft werde aber weiter dominieren. Bei einem Jahresumsatz von zehn Milliarden Euro dürften seiner Einschätzung nach noch 20 bis 30 Prozent aus dem zivilen Geschäft kommen.

rei/dpa-afx
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