Chef und Finanzchef gehen Wacker Neuson verliert die Hälfte des Vorstands

Mitten in der Krise muss sich der angeschlagene Baumaschinenhersteller Wacker Neuson neues Führungspersonal suchen. Der Chef will nicht mehr, der Finanzvorstand soll nicht mehr.
Lenkrad verwaist: Bei Wacker Neuson verabschiedet sich die halbe Führungscrew

Lenkrad verwaist: Bei Wacker Neuson verabschiedet sich die halbe Führungscrew

Foto: Pius Koller / imago images

Beim Baumaschinenhersteller Wacker Neuson ändert sich schon wieder die Zusammensetzung des obersten Führungsgremiums. Vorstandschef Martin Lehner wolle seinen Vertrag nicht verlängern und scheide zum 31. Dezember aus dem Vorstand aus, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend mit. Er werde dem Unternehmen aber noch bis zum 31. März 2021 in beratender Funktion zur Verfügung stehen. Die Aktie des Unternehmens gab am Morgen um rund 8 Prozent nach.

Außerdem hat Finanzvorstand Wilfried Trepels sein Vorstandsmandat zum 30. November niedergelegt. Hier wurden "unterschiedliche Auffassungen zur Unternehmensführung" als Grund für die Nicht-Verlängerung des Vertrages angeführt. Zwar beinhaltete die Unternehmensmitteilung auch eine Danksagung für Trepels, diese fiel aber auffällig zurückhaltender aus als die für Lehner.

Ab dem 1. Dezember soll der jetzige Aufsichtsrat und Vorsitzende des Prüfungsausschusses Kurt Helletzgruber das Finanzressort übernehmen. Am 1. Januar wird er dann zusätzlich auch die Konzernleitung übernehmen. Beide Positionen soll der Manager den Angaben zufolge aber nur vorübergehend bekleiden.

Der Wacker-Vorstand war erst zum 1. Oktober auf vier Mitglieder aufgestockt worden. Begründet worden war dieser Schritt mit "zunehmenden Führungs- und Organisationsaufgaben". Diese müssen nun von weniger Managern geschultert werden.

Dabei befindet sich das Unternehmen coronabedingt in schwerem Fahrwasser. Wacker Neuson hatte erst vor knapp zwei Wochen die Erreichung seiner strategischen Ziele um ein bis zwei Jahre nach hinten verschoben. Der Umsatz lag im dritten Quartal mit 390 Millionen Euro um 16,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, der operative Gewinn brach knapp um die Hälfte auf 22,8 Millionen Euro ein. Der Münchener Baumscheinhersteller beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter.

mg/dpa-afx
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