Auf dem Flug von Paris nach Kairo verunglückt Egyptair-Flugzeug mit 66 Menschen an Bord abgestürzt

Maschine der ägyptischen Fluglinie Egyptair: Eines ihrer Flugzeuge ist nahe der griechischen Insel Karpathos abgestürtz

Maschine der ägyptischen Fluglinie Egyptair: Eines ihrer Flugzeuge ist nahe der griechischen Insel Karpathos abgestürtz

Foto: REUTERS

Die Ursachen sind noch unklar, doch eines steht mit ziemlicher Gewissheit fest: Nach Angaben der Regierung in Kairo ist das seit heute vermisste Passagierflugzeug der ägyptischen Fluglinie Egyptair abgestürzt. Dies hätten erste Suchergebnisse ergeben, berichteten Nachrichtenagenturen mit Berufung auf Kreise des Luftfahrtministeriums in der ägyptischen Hauptstadt.

Die Absturzursache sei noch ungeklärt. Es könne sich sowohl um technisches Versagen wie auch einen Terroranschlag handeln. Das Flugzeug der Airline Egyptair war am späten Mittwochabend mit 66 Menschen an Bord von Paris aus nach Kairo gestartet. Der Kontakt brach nach Angaben der Fluggesellschaft 280 Kilometer vor dem ägyptischen Festland ab.

Nach Egyptair-Angaben gab die Passagiermaschine ein automatisches Notsignal ab, dieses hätten Rettungskräfte des Militärs um 4:26 Uhr erhalten. Die Armee bestritt jedoch, Notrufmitteilungen bekommen zu haben. Die Maschine war gegen 2.30 Uhr vom Radar verschwunden. Zuvor hatte die Fluggesellschaft von 2.45 Uhr gesprochen. Eigentlich sollte die Maschine um 3.15 Uhr in der früh in Kairo landen. Der Airbus habe sich auf einer Höhe von mehr als 11 000 Metern befunden und war gerade erst etwa 16 Kilometer in den ägyptischen Luftraum vorgedrungen.

Nach Angaben eines Vertreters der griechischen Zivilluftfahrt ist die Maschine vor der griechischen Insel Karpathos abgestürzt. Die Maschine sei um 03.29 Uhr Ortszeit (02.29 Uhr MESZ) vom Radar der griechischen Behörden verschwunden, als sie sich bereits im ägyptischen Luftraum aufhielt, hieß es am Donnerstag aus Kreisen der Zivilluftfahrt. Rund 240 Kilometer vor Karpathos sei sie ins Meer gestürzt.

Die letzte Kommunikation mit dem Piloten habe es drei Minuten vor dem Verschwinden der Maschine gegeben, sagte der Vertreter weiter. Ein Notruf sei nicht abgesetzt worden.

Unter den Opfern sind auch 15 Franzosen

Das Flugzeug mit 56 Passagieren, sieben Besatzungsmitgliedern und drei Sicherheitsoffizieren an Bord war auf dem Weg von Paris nach Kairo. Unter den Passagieren waren auch mehrere Ausländer, darunter 15 Franzosen, ein Brite und ein Kanadier. Deutsche standen nicht auf der via Twitter veröffentlichten Liste.

Frankreichs Staatschef François Hollande berief ein Krisentreffen im Elysée-Palast ein, Außenminister Jean-Marc Ayrault sicherte seinen ägyptischen Amtskollegen Unterstützung zu. Im Außenministerium in Paris sowie am Flughafen Charles de Gaulle wurden Krisenstäbe eingerichtet

Auch in Kairo wurde ein Krisenstab eingerichtet. Das Luftfahrtministerium teilte mit, der ägyptische Ministerpräsident Scherif Ismael sei im Hauptquartier des Krisenstabes eingetroffen und mache sich ein Bild von der Lage. Er habe alle betroffenen Behörden angewiesen, alles Mögliche zur Lösung der Krise zu tun.

Angaben aus Kairoer Behördenkreisen zufolge entsandte die Armee Flugzeuge, um das Gebiet der mutmaßlichen Unfallstelle über dem Mittelmeer abzusuchen. Auf der Internetseite Flightradar24 ist die Flugroute bis zum Abbruch der Kommunikation nachgezeichnet. Diese endet abrupt über dem Mittelmeer zwischen Kreta, Zypern und dem ägyptischen Festland. Auch zwei Flugzeuge der griechischen Luftwaffe und eine griechische Fregatte nehmen laut griechischen Medienberichten an der Suche nach dem vermissten Flieger teil. Die Suchaktion sei mit den ägyptischen Behörden vereinbart worden, hieß es.

In den vergangenen Monaten gab es im Zusammenhang mit Ägypten mehrere Vorfälle im Luftverkehr. Ende März hatte ein Mann mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels eine Egyptair-Maschine nach Zypern entführt. Niemand wurde verletzt. Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen getötet wurden, hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

wed/dpa/afp
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