Lösung für 3-Liter-Motoren drängt Dieser Richter macht Audi Druck, räumt aber mehr Zeit ein

Richter Charles Breyer: Druck auf Audi, zu liefern

Richter Charles Breyer: Druck auf Audi, zu liefern

Foto: Wikipedia / Scott Wallace Johnston

Der Abgasskandal ist für Volkswagen  trotz des jüngst abgeschlossenen Vergleichs in den USA noch lange nicht ausgestanden. Der zuständige US-Richter Charles Breyer lässt im "Dieselgate"-Mammutverfahren erneut die Anwälte von Volkswagen und zahlreichen US-Klägern antreten. Bei der Anhörung am Donnerstag (16.00 Uhr MEZ) stand vor allem die Konzerntochter Audi  im Blickpunkt. Denn während sich VW bei Hunderttausenden kleineren Dieselwagen bereits mit Klägern in den USA auf einen Vergleich über 15 Milliarden Dollar geeinigt hat, steht ein Kompromiss bei etwa 85.000 größeren Modellen von Audi noch aus.

Seit Monaten scheitert der Hersteller daran, den US-Behörden für diese akzeptable Pläne zur Beseitigung der verbotenen Abgas-Technik zu präsentieren. Nun will Breyer endlich detaillierte Vorschläge sehen. Sollten die Wagen nicht technisch in einen legalen Zustand umzurüsten sein, drohen Audi teure Rückkäufe.

Bei der Anhörung nun gab es auch wohlwollende Worte des Richters. Breyer Breyer bescheinigte dem VW-Konzern bei der Anhörung "erhebliche Fortschritte". Er sei "sehr optimistisch" im Hinblick auf eine Lösung für die verbleibenden rund 85.000 Dieselwagen, die von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind. Breyer setzte eine neue Frist bis zum 1. Dezember, um darzulegen, wie die illegale Abgastechnik beseitigt werden soll.

Bei rund 475.000 kleineren Dieselwagen hat VW sich mit Klägern in den USA bereits auf einen Vergleich über 15 Milliarden Dollar geeinigt. Doch bei Zehntausenden größeren Modellen, die mit 3,0-Liter-Motoren der Konzerntochter Audi unterwegs sind, steht ein Kompromiss noch aus. Seit Monaten scheitert der Hersteller daran, den US-Behörden akzeptable Pläne zur Beseitigung der verbotenen Abgas-Technik zu präsentieren. Sollten die Wagen nicht technisch in einen legalen Zustand umzurüsten sein, drohen teure Rückkäufe.

Der über 70 Jahre alte Jurist ist beauftragt, jene 500 Sammelklagen zu bündeln, die US-Kläger in den USA gegen den Volkswagen-Konzern eingereicht haben. Für VW geht es bei den Zivilklagen vor allem um Vorwürfe von Autobesitzern wegen Betrugs und Vertragsbruchs. Es klagen aber auch Anleger, die unter dem Absturz der VW-Aktie litten sowie Landkreise und Gemeinden wegen Umweltverschmutzung. Zudem ermitteln das US-Justizministerium und mehrere Bundesstaaten.

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got/dpa-afx