Vantage Towers Vodafone will Funkturm-Tochter an US-Investoren verkaufen

Vodafone verkauft einen großen Teil seiner Funktürme. Neue Eigentümer sollen die US-Finanzinvestoren KKR und GIP werden. Der Telekommunikationsanbieter will Vantage mittelfristig von der Börse nehmen.
Kritische Infrastruktur: Vantage Towers ist einer der größten Funkmastenbetreiber Europas

Kritische Infrastruktur: Vantage Towers ist einer der größten Funkmastenbetreiber Europas

Foto: Fabrizio Bensch / REUTERS

Vodafone macht einen Teil seiner Tochter Vantage Towers zu Geld. Gleichzeitig will der Mobilfunker den Funkmasten-Betreiber gemeinsam mit zwei Finanzinvestoren komplett übernehmen. Hierzu biete das Konsortium 32 Euro je Vantage-Aktie, teilten KKR und Global Infrastructure Partners (GIP) am Mittwoch mit. Die für die Transaktion gebildete Holding Oak BidCo strebe an, Vantage mittelfristig von der Börse zu nehmen.

Bei der Übernahme handelt es sich laut "Börsen-Zeitung"  um den größten deutschen Deal mit geplantem Abschied von der Börse und zugleich um den größten Private-Equity-Deal in Deutschland im Jahr 2022.

Im Rahmen der Transaktion bringt Vodafone den Angaben zufolge seine 81,7-prozentige Beteiligung an Vantage in Oak BidCo ein. KKR und GIP kauften sich mit bis zu 50 Prozent in das Gemeinschaftsunternehmen ein. Damit reduziere sich die Vodafone-Beteiligung an Vantage auf künftig mindestens 50 Prozent. Die Vantage-Aktie gewann am Mittwoch mehr als 8 Prozent ein.

Vodafone-Chef Nicholas Read bezeichnete die Transaktion als großen Schritt beim Schuldenabbau. Gleichzeitig brachte er eine Übernahme des Telefonica-Anteils an Conerstone Towers, einem britischen Mobilfunkmasten-Betreiber, ins Gespräch. Der spanische Telekomkonzern hatte seine 50-prozentige Beteiligung vor einigen Tagen zur Disposition gestellt. Die andere Hälfte hält der Kabel-Konzern Liberty Global.

Möglicher Auftakt zu weiteren Fusionen

KKR und GIP kündigten an, die Expansionspläne von Vantage vorantreiben zu wollen. "Unser gemeinsames Ziel ist es, das Geschäft weiter auszubauen und dadurch einen paneuropäischen Marktführer im Bereich Telekommunikation zu schaffen", sagte KKR-Partner Vincent Policard.

Das Geschäft mit Mobilfunktürmen gilt als attraktiv und verspricht sprudelnde Gewinne. Vor diesem Hintergrund rollt eine Konsolidierungswelle durch die Branche. Im Sommer verkaufte die Deutsche Telekom die Mehrheit an ihrer Tochter GD Towers.

Analysten spielten in den vergangenen Monaten eine Fusion von GD und Vantage gedanklich bereits durch. Als möglichen Partner für Vantage nannten sie auch INWIT aus Italien. Dessen Aktien zogen in Mailand als Reaktion auf die Nachrichten um bis zu drei Prozent an. Vantage-Titel gewannen in der Spitze fast 12 Prozent auf 32,72 Euro und steuerten auf den größten Tagesgewinn seit dem Börsengang vor etwa eineinhalb Jahren zu.

dri/dpa-afxp
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