Milliardenfusion im  australischen Mobilfunkmarkt Vodafone findet Lösung für verlustreiche Tochter

Milliarden-Fusion

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Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone bündelt sein verlustreiches Australien-Geschäft wie erwartet mit dem australischen Internetanbieter TPG Telecom. Das Unternehmen Vodafone Hutchison Australia, das die Briten gemeinsam mit dem Partner CK Hutchison betreiben, soll mit dem Breitbandanbieter TPG Telecom zusammengelegt werden. Dies teilten die beteiligten Unternehmen am Donnerstag in Sydney mit. Der Schritt wurde erwartet, da die Konzerne bereits Verhandlungen darüber bestätigt hatten.

Das fusionierte Unternehmen mit dem Namen TPG komme auf einem Wert von 15 Milliarden australische Dollar (umgerechnet 9,4 Milliarden Euro), heißt es weiter. TPG soll an der australischen Börse notiert werden. Die TPG-Aktionäre sollen 49,9 Prozent der Aktien des neuen Konzerns halten, die Vodafone-Hutchinson 50,1 Prozent. An Vodafone Australia ist derzeit Hutchison Telecom mit 50 Prozent beteiligt. Die andere Hälfte befindet sich im Besitz der britischen Vodafone . CEO wird der bisherige Chef von Vodafone Hutchinson Iñaki Berroeta.

An der Börse wurden die Details der erwarteten Vereinbarung positiv aufgenommen. Die TPG-Telecom-Aktie legte in Sydney um 15 Prozent zu und baute damit die Kursgewinne der vergangenen Tage aus. Seit den ersten Spekulationen über einen Zusammenschluss mit Vodafone Australia stieg der Börsenwert von TPG um fast 60 Prozent auf 8,4 Milliarden australische Dollar.

Vodafone Australia ist der drittgrößte Mobilfunkanbieter des Landes nach Marktführer Telstra und Optus. TPG ist der zweitgrößte Internet-Dienstleister. Die beiden Unternehmen wollen sich mit dem Zusammenschluss besser gegen die Marktführer positionieren. Vodafone Hutchison Australia erzielte im Jahr 2017 ein Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abgaben von 976 Millionen Australische Dollar.

Vodafone hatte in Australien bislang kein leichtes Spiel, weshalb immer wieder Gerüchte aufkamen, die Briten suchten nach einem Käufer für ihren Anteil an dem australischen Mobilfunkunternehmen. Steigende Kosten und der forcierte Wettbewerb hatten Vodafone Hutchison Australia im ersten Halbjahr einen Fehlbetrag von umgerechnet fast 60 Millionen Euro eingebrockt. In der Kritik stand der Mobilfunkanbieter mit rund 6 Millionen Kunden in Australien auch wegen seiner schlechten Netzabdeckung und abrupt abbrechender Gespräche.

Zuletzt hatte die australische Regierung verboten, dass chinesische Unternehmen sich am Netzwerkausbau für den Mobilfunkstandard G5 beteiligen. Betroffen sind davon auch Unternehmen wie Huawei und ZTE.

dpa/rtr/akn
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