Nach Gewinnwarnung Varta tauscht Chef aus

Der Vorstandsvorsitzende des Batteriekonzerns Varta, Herbert Schein, legt nach 15 Jahren an der Konzernspitze sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Nachfolger wird Markus Hackstein.
Neue Aufgaben: Der scheidende Varta-Chef Herbert Schein

Neue Aufgaben: Der scheidende Varta-Chef Herbert Schein

Foto: Marijan Murat/ dpa

Wenige Tage nach einer Gewinnwarnung tauscht der schwäbische Batteriehersteller Varta seine Führung aus. Herbert Schein (57), der seit 2007 an der Spitze des Unternehmens steht, verlässt seinen Posten mit sofortiger Wirkung, wie Varta am Donnerstag in Ellwangen mitteilte. Er bleibe aber bis Ende des Jahres im Vorstand.

Schein soll sich stattdessen künftig um den Auf- und Ausbau des Geschäfts mit großen Lithium-Ionen-Zellen kümmern, wie sie vor allem in Batterien von Elektroautos zum Einsatz kommen. Dieses soll in einer Varta-Tochter namens V4Drive SE gebündelt werden.

"Schein wird dieses Geschäft, das die Entwicklung und Fertigung von Zellen für eine große Bandbreite von attraktiven und wachstumsstarken Einsatzmöglichkeiten umfasst, in neuen Strukturen weltweit aufsetzen", hieß es in der Mitteilung. Ob V4Drive auf Dauer Teil von Varta sein werde, ließ ein Sprecher offen.

Schein habe in fast drei Jahrzehnten bei Varta bewiesen, dass er neue Geschäfte erschließen und bis zur Marktführerschaft entwickeln könne, sagte Aufsichtsratschef Michael Tojner (56), der auch dem Varta-Großaktionär Montana Tech Components vorsteht. Varta produziert Knopfzellen für Hörgeräte und Kopfhörer, Haushaltsbatterien, aber auch große Energiespeicher. Scheins Vertrag war erst vor zwei Jahren bis 2026 verlängert worden.

Markus Hackstein übernimmt

Sein Nachfolger als Vorstandssprecher von Varta wird Markus Hackstein (47). Der Österreicher war erst in diesem Jahr zum Bereichsvorstand befördert worden. Von 2016 bis 2019 hatte er sich bei der schweizerischen Montana Tech um Spezialprojekte gekümmert.

Erst in der vergangenen Woche hatte Varta seine Gewinnprognose für das laufende Jahr wegen der stark gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe gekippt und damit seine Investoren geschockt. Die Aktie ist seit Oktober 2021 um mehr als drei Viertel gefallen. Nach der Meldung über den Führungswechsel brach sie um weitere 8,4 Prozent auf 30 Euro ein.

hr/Reuters

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