Mittwoch, 13. November 2019

Prognose zum dritten Mal angehoben Varta voller Energie - Aktie auf Rekordhoch

Lithium-Ionen-Knopfzelle von Varta: Die Batterien sind beispielsweise in vielen kabellosen Kopfhörern verbaut

Während derzeit viele deutsche Unternehmen gegen die schwächelnde Konjunktur kämpfen, hebt der Batteriehersteller Varta seine Prognose für das laufende Jahr zum dritten Mal an. So soll der Umsatz im laufenden Jahr auf 330 bis 340 Millionen Euro steigen und damit das bisherige Ziel von 320 bis 330 Millionen Euro übertreffen, wie der SDax-Konzern am Dienstag im baden-württembergischen Ellwangen mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet das Management nun zwischen 84 und 88 Millionen Euro. Nach der vorigen Prognoseerhöhung im August hatte Vorstandschef Herbert Schein hier noch 72 bis 76 Millionen auf dem Zettel.

Die Aktie Börsen-Chart zeigen des Unternehmens notierte am Dienstag erstmals in ihrer zweijährigen Börsengeschichte über der Marke von 100 Euro. Zuletzt notierte das Papier knapp 5 Prozent fester bei 99,90 Euro. Damit hat sich der Kurs seit Jahresbeginn vervierfacht. Seit dem Börsengang des Unternehmens im Oktober 2017 - die Papiere waren zu 17,50 Euro verkauft worden - hat sich der Kurs fast versechsfacht. Vor allem der neue Gewinnausblick überrascht laut einem Händler positiv, während die Umsatzprognose weiter unter der durchschnittlichen Markterwartung liege.

Vorstandschef Schein begründete den Erfolg unter anderem mit der starken Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen für Hightech-Produkte für den Endverbraucher, vor allem für kabellose Kopfhörer. Diese sind sehr beliebt und bescheren Herstellern wie Apple Börsen-Chart zeigen, Huawei und Amazon Börsen-Chart zeigen glänzende Geschäfte. Erst am Montag etwa stellte Apple ein neues, hochpreisiges Modell mit aktiver Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen vor.

Umsatz und Ergebnis in den ersten neun Monaten deutlich gesteigert

Vor diesem Hintergrund steckt Varta viel Geld in den Ausbau der Produktion. So sollen 2019 nun zwischen 95 und 110 Millionen Euro statt den bisher geplanten 75 bis 90 Millionen Euro investiert werden. Erst Anfang September hatte Varta mitgeteilt, die Produktion bis 2022 auf mehr als 150 Millionen Zellen jährlich auszubauen. Hintergrund sei die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem Markt, der jährlich über 30 Prozent wachse.

Das Marktwachstum spiegelt sich auch in der Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate wieder: Der Umsatz stieg bis Ende September im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 242,8 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte trotz hoher Investitionen sogar um rund zwei Drittel auf 63 Millionen Euro zu. Der Überschuss schnellte ähnlich deutlich auf 33 Millionen Euro nach oben.

Die starke Geschäftsentwicklung treibt die Aktien des Unternehmens schon länger an. Seit Ende 2018 haben die Papiere ihren Wert fast vervierfacht. Das bedeutet mit Abstand den ersten Platz im SDax Börsen-Chart zeigen. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei fast vier Milliarden Euro. Größter Profiteur des Kursanstiegs ist das Schweizer Industrie-Konglomerat Montana Tech Industries, das Varta im Herbst 2017 an die Börse gebracht hat, und immer noch etwas mehr als 60 Prozent hält.

mg/dpa-afx, rtr

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