"Jahr der Investitionen" Uber fährt Milliardenverlust ein

Uber mit einer Milliarde Dollar Verlust

Uber mit einer Milliarde Dollar Verlust

Foto: Richard Drew / AP

Investitionen in das Fracht- und Essensliefergeschäft und Kosten für den Börsengang haben dem Fahrdienstvermittler Uber  im ersten Quartal wie erwartet ein Verlust von einer Milliarde Dollar beschert. Der Umsatz kletterte um 20 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar und lag am oberen Ende der Prognosen des Konzerns.

Das laufende Jahr werde ein "Jahr der Investitionen", sagte Uber-Chef Dara Khosrowshahi in einer Telefonkonferenz zur ersten Quartalsbilanz als börsennotiertes Unternehmen. Die Uber-Aktie stieg nachbörslich um 2,6 Prozent, liegt aber immer noch rund 10 Prozent unter dem Ausgabepreis von 45 Dollar beim Handelsstart Anfang Mai.

Die Kosten kletterten im ersten Quartal um 35 Prozent, vor allem wegen der Ausgaben für den Sprung auf das Börsenparkett. Die Brutto-Buchungen - der Wert der Fahrten ohne die Kosten für die Fahrer und andere Ausgaben - stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 34 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Buchungen allerdings nur um 3,4 Prozent, was die zunehmende Sättigung der Märkte zeigt. "Unsere Aufgabe ist es, für eine lange Zeit schnell und effizienter zu wachsen", sagte Khosrowshahi. Dafür investiert Uber in den Ausbau der Partner-Restaurants für seinen Essenslieferdienst ebenso wie in die Ausweitung des Frachtdienstes Uber Freight.

Uber dominiert den "Ride Sharing"-Markt für Fahrtenvermittlungen über Smartphone-Apps. Hier flaute das Wachstum jedoch deutlich ab, Geld wird in diesem Geschäft bislang ohnehin (noch) nicht verdient. Auch der Rivale Lyft steckt tief in den roten Zahlen und tut sich an der Börse schwer.

Vor dem Börsengang hatte Uber noch Investoren gewarnt, möglicherweise nie die Gewinnzone erreichen zu können - das ist allerdings auch ein Standard-Risikohinweis bei Unternehmen, die mit Verlusten an die Börse gehen. Schon das Volumen das Börsengangs hatte wegen unerwartet schwacher Nachfrage nach den Aktien deutlich gestutzt werden müssen, so hatte Uber ursprünglich eine Gesamtbewertung von 100 Milliarden Dollar angestrebt. Zuvor hatten Banken laut US-Medien sogar mal bis zu 120 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Letztendlich kam das Unternehmen auf ein Marktkapitalisierung von etwa 82 Milliarden Dollar beim Börsengang.


Lesen Sie auch:
MeinungsMacher: Warum die Uber-Aktie sowohl über- als auch unterbewertet ist
Uber-Talfahrt geht weiter
Wie wichtig ist bei Börsengängen der erste Tag?
Der Uber-Fall - Fahrdienst floppt bei Börsengang
Was Anleger über den großen Uber-Börsengang wissen sollten

Bei Anlegern kam der Quartalsbericht jedoch zunächst gut an, die Aktie legte nachbörslich um fast 2 Prozent zu. Auch Wedbush-Analyst Ygal Arounian zeigte sich angetan vom Umsatzwachstum. "Wir sind immer noch eine Weile weg von der Profitabilität, aber Uber zeigt starke Verbesserungen in vielen seiner Kennzahlen und das ist ein wichtiges Signal für Investoren." Uber-Chef Khosrowshahi hatte in einem Zeitungs-Interview gesagt, er erwarte schwarze Zahlen nicht in den nächsten ein oder zwei Jahren, "aber es wird kommen."

rtr/dpa/akn