Schwarze Zahlen Tui profitiert von Exklusivreisen

Das abgelaufene Geschäftsjahr ist für den Reisekonzern Tui besser verlaufen als von Analysten befüchtet. Unter anderem dank der starken Nachfrage nach Exklusivreisen.
Tui-Chef Friedrich Joussen: Sein Unternehmen profitiert vom Interesse an Exklusivreisen

Tui-Chef Friedrich Joussen: Sein Unternehmen profitiert vom Interesse an Exklusivreisen

Foto: [M] Tui ; Corbis

Hannover - Eine starke Nachfrage nach Exklusivreisen und ein Sondererlös im Hotelgeschäft haben Europas größtem Reisekonzern Tui  im abgelaufenen Geschäftsjahr überraschend über die Gewinnschwelle geholfen. Für die zwölf Monate bis Ende September stand unter dem Strich ein Überschuss von 4,3 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Tui noch 15,1 Millionen Euro Verlust verbucht.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Verlust von 27,4 Millionen Euro gerechnet. Die Aktionäre sollen mit der ersten Dividende seit 2007 an dem Erfolg teilhaben. Für das laufende Jahr peilt Vorstandschef Fritz Joussen weitere Steigerungen bei Umsatz und operativem Ergebnis an.

Im Geschäftsjahr 2012/2013 steigerte Tui den Umsatz um knapp ein Prozent auf 18,5 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte legte wie erwartet um zwei Prozent auf 762 Millionen Euro zu. Während die Container-Reederei Hapag-Lloyd weniger Verlust einfuhr als ein Jahr zuvor, rutschte die Kreuzfahrtsparte in die roten Zahlen.

Gute Nachrichten für Aktionäre

Mit der Dividendenzahlung kann Tui-Chef Friedrich Joussen ein großes Ziel früher abhaken als erhofft. Der Anfang des Jahres angetretene frühere Vodafone -Deutschland-Chef krempelt den Konzern derzeit um, um die Kosten zu senken und Tui für den Kampf mit den zahlreichen Konkurrenten aus dem Internet zu rüsten. Der Umbau kostet aber erst mal, voriges Jahr allein 57 Millionen Euro. Joussen nimmt sich vor, 2014/15 einen operativen Gewinn (bereinigtes EBITA) von einer Milliarde Euro zu erwirtschaften - vergangenes Jahr lag die Kennzahl bei 762 Millionen Euro.

Für das neue Geschäftsjahr 2013/14 erwartet der Vorstand einen Anstieg des operativen Ergebnisses (bereinigtes Ebita) um sechs bis zwölf Prozent. Der Umsatz solle um bis zu vier Prozent wachsen.

Das Kernproblem von Tui ist bekannt: Das Unternehmen hat sein Reisegeschäft vor Jahren nahezu komplett bei Tui Travel  in Großbritannien gebündelt. Dieses steuert mehr als 95 Prozent zum Jahresumsatz von 18,5 Milliarden Euro bei. Mittlerweile bereuen die Niedersachen den Schritt, da sie nicht genug Geld in der Kasse haben, um die restlichen Anteile an der britischen Tochter zu kaufen. Ein Anlauf, um Tui und Tui Travel wieder unter einen Hut zu bringen, scheiterte im Januar.

got/dpa/dpa-afx/rtr
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