Samstag, 24. August 2019

Wegen Ausfall der Boeings 737 Max Tui-Gewinn bricht ein

Tui-Gewinn bricht ein

Das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max hat dem weltgrößten Reisekonzern Tui Börsen-Chart zeigen von April bis Ende Juni einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Gewinn von rund 22 Millionen Euro und damit 85 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hannover mit. Zudem halten sich die Kunden bei den Buchungen für den Sommer weiter zurück. Bis Anfang August verkaufte Tui ein Prozent weniger Sommerurlaube als ein Jahr zuvor. Dabei stiegen die Preise im Schnitt um ein Prozent.

Tui-Chef Friedrich Peter Joussen
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Tui-Chef Friedrich Peter Joussen

"Trotz des in 2019 bislang anspruchsvollen Marktumfeldes bleibt unser operatives Geschäft robust", sagte Konzernchef Fritz Joussen am Dienstag. "Wir erwarten für das Gesamtjahr 2019 eine solide Entwicklung, das Ergebnis wird aber durch das Flugverbot für die 737 MAX wie erwartet nicht an das Ergebnis des Vorjahres anknüpfen."

Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni steigerte Tui den Umsatz trotz der Probleme um fast 4 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro. So waren die konzerneigenen Kreuzfahrtschiffe stärker gefragt. Außerdem hat der Konzern sein Geschäft mit Ausflügen in den Urlaubsregionen durch Übernahmen kräftig ausgeweitet. In Spanien spürt der Konzern hingegen den starken Preiskampf.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebita) brach aber vor allem wegen des seit März geltenden Flugverbots für die Boeing 737 Max konzernweit um 46 Prozent auf 101 Millionen Euro ein. Tui hat 15 Maschinen der Reihe in der Flotte und sollte für diesen Sommer eigentlich acht weitere erhalten. Wegen des Flugverbots musste der Konzern für viel Geld Ersatzmaschinen organisieren und hat sein Gewinnziel bereits gekappt.


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Vorstandschef Fritz Joussen rechnet nun weiterhin damit, dass der bereinigte operative Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um bis zu 26 Prozent unter dem Vorjahreswert von knapp 1,2 Milliarden Euro liegt.

Nur einen Tag vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen meldete Tui zudem, dass im Zuge der Neustrukturierung des Pauschalreisegeschäfts die Spezialanbieter Berge & Meer und Boomerang Reisen verkauft werden. Für rund 100 Millionen Euro gingen die beiden Veranstalter an die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Genui.

Berge & Meer mit Sitz im rheinland-pfälzischen Rengsdorf und rund 260 Mitarbeitern ist Spezialist für Rundreisen. Boomerang Reisen bietet maßgeschneiderte Fernreisen in Ozeanien, Afrika und Nord- und Südamerika an. Für das Unternehmen mit Sitz in Trier sind rund 60 Mitarbeiter tätig. Für das laufende Geschäftsjahr 2019 wird laut Tui für die beiden Unternehmen ein gemeinsamer Umsatz von rund 276 Millionen Euro erwartet.

dpa/rtr/akn

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