Montag, 24. Februar 2020

45 Millionen Euro für Ersatzflugzeuge Flugverbot der Boeing 737 Max macht Tui weiter zu schaffen

Tui leidet einerseits vom Flugverbot der Boeing-Maschinen 737 Max, andererseits will der Konzern von der Pleite von Thomas Cook profitieren.

Das anhaltende Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max macht dem weltgrößten Reisekonzern Tui Börsen-Chart zeigen weiter zu schaffen. "Wir erwarten in diesem Geschäftsjahr keine Auslieferung der Max-Jets mehr", sagte Tui-Chef Fritz Joussen bei der Vorlage der Quartalszahlen vor der Hauptversammlung am Dienstag in Hannover. Allerdings erwartet er nach der Insolvenz des Rivalen Thomas Cook jetzt einen kräftig wachsenden Reiseabsatz für den Sommer. "Der Reisemarkt in Deutschland und Großbritannien wird voraussichtlich schrumpfen, aber wir werden Marktanteile gewinnen", sagte Joussen.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September erwartet der Manager jetzt ein Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) soll zwischen 850 Millionen und 1,05 Milliarden Euro liegen. Damit ist die Untergrenze formal zwar 100 Millionen Euro niedriger als zuvor. Doch dafür hat Joussen erstmals die Mehrkosten für eine über den gesamten Sommer verlängerte 737-Max-Krise eingerechnet sowie erste Schadenersatzzahlungen von Boeing.


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Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember wuchs der saisontypische operative Verlust (bereinigtes Ebit) bei Tui im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 77 Prozent auf rund 147 Millionen Euro. Die Miete und die Mehrkosten für Ersatzflugzeuge summierten sich auf 45 Millionen Euro. Unter dem Strich verringerte sich der Nettoverlust allerdings um fast 8 Prozent auf 129 Millionen Euro. Reiseanbieter schreiben in der reiseschwachen Wintersaison in der Regel rote Zahlen, weil sie ihre Fixkosten nicht decken können. Ihre Gewinne fahren sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

dpa

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