Montag, 24. Juni 2019

Geplante Stahlfusion Thyssenkrupp und Tata zu Zugeständnissen bereit

Rohstahlrollen im Stahlwerk in Duisburg

Die Industriekonzerne Thyssenkrupp und Tata Steel haben einem Zeitungsbericht zufolge der EU-Kommission einen Verkauf von Aktivitäten angeboten, um deren Bedenken gegen die geplante Stahlfusion zu zerstreuen. Die beiden Unternehmen hätten am Montag unter anderem den Verkauf von Teilen ihrer Autoblech-Produktion angeboten, berichtete das "Handelsblatt". Thyssenkrupp und Tata seien zudem bereit, Verpackungsstahl-Aktivitäten abzugeben. Eine Sprecherin von Thyssenkrupp wollte den Bericht nicht kommentieren.

Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen und der indische Tata-Konzern wollen beim Stahl ein Gemeinschaftsunternehmen bilden, das zur Nummer 2 in der europäischen Stahlindustrie werden soll. Die Stahlfusion gilt als ein Kernstück des geplanten Konzernumbaus von Thyssenkrupp. Der Gesamtkonzern soll in zwei selbstständige Gesellschaften aufgespalten werden. Dabei soll das traditionelle Werkstoffgeschäft von dem Industrie-Geschäft getrennt werden.


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Die EU-Kommission hatte im vergangenen Oktober mit der Prüfung der Auswirkungen der Fusion auf die Stahlmärkte begonnen. Nach einer ersten Marktuntersuchung hatte die Kommission Wettbewerbsbedenken beim Stahl für die Automobilindustrie, beim metallbeschichteten Verpackungsstahl und bei Elektroband geäußert. Die Kommission zeigte sich damals besorgt, dass den Kunden nach dem Zusammenschluss weniger Anbieter zur Auswahl stünden und sie höhere Preise zahlen müssten.

rei/dpa-afx

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