Montag, 6. April 2020

Thyssenkrupp sucht Käufer Nur noch zwei Parteien im Rennen um Thyssens Aufzugsparte

Aufzüge von Thyssenkrupp: Der Konzern will die attraktive Sparte verkaufen.
ThyssenKrupp
Aufzüge von Thyssenkrupp: Der Konzern will die attraktive Sparte verkaufen.

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen unter der neuen Vorstandschefin Martina Merz hat eine Vorauswahl für einen Verkauf seiner Aufzugsparte getroffen. Weiter im Rennen sind zwei Konsortien aus Finanzinvestoren, wie Thyssenkrupp am Montag in Essen mitteilte. Mit ihnen soll nun vorrangig über einen Mehrheits- oder Komplettverkauf verhandelt werden. Aus dem Rennen ist dagegen der finnische Konkurrent Kone. Die Aktie von Thyssenkrupp verlor mehr als 2 Prozent, Kone gab um rund 5 Prozent nach.

Noch mit dabei ist ein Konsortium aus Blackstone, Carlyle und Canadian Pension Plan sowie eines aus Advent und Cinven. Kone kündigte daraufhin am Montag an, sich aus dem Bieterrennen zurückzuziehen. Zwar glaube das Unternehmen weiterhin, dass ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen strategisch überzeugend sei. Jedoch müssten die Bedingungen jedweder Akquisition auch im "besten Interesse von Aktionären, Mitarbeitern und Kunden" sein, hieß es.

Kone hatte annähernd 17 Milliarden Euro geboten und soll dieses Angebot nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg aus Kreisen noch einmal aufgestockt haben. Bei Thyssenkrupp überwogen jedoch offenbar die kartellrechtlichen Bedenken im Zusammenhang mit dem finnischen Angebot. Befürchtet wurde ein längerer Prozess. Finanzvorstand Johannes Dietsch hatte erst vergangene Woche bei der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal eingeräumt, dass es bei "strategischen Bietern" länger dauern werde, bis Thyssenkrupp den Kaufpreis erhalten werde. Das müsse man im "Kriterienkatalog" für die Entscheidung berücksichtigen. Marktbeobachter werteten dies bereits als eine Art Vorentscheidung gegen Kone.

Thyssenkrupp sagte, die Angebote für die Aufzugsparte lägen auf einem "hohen Bewertungsniveau" und unterstrichen die Attraktivität des Geschäfts. Bei den Verhandlungen mit den zwei verbliebenen Konsortien strebe der Konzern "eine Wertmaximierung" an. Ziel sei nun eine "kurzfristige Einigung". Sollte dies nicht erreicht werden, stelle ein Börsengang unverändert eine Option dar.

Thyssenkrupp will sich vom Aufzuggeschäft trennen. Mit den Erlösen soll die die Sanierung des Unternehmens finanziert werden. Das Aufzuggeschäft ist dabei die Ergebnisperle von Thyssenkrupp. Der Konzern schreibt derzeit Verluste und hat im vergangenen Jahr die Dividende gestrichen. Künftig soll wieder verstärkt der Stahl im Mittelpunkt stehen.

cr/dpa-afx

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung