Neue Ziele gesetzt Thyssenkrupp-Chefin Merz verspricht zuverlässige Dividenden

Nach der harten Sanierung durch Konzernchefin Martina Merz geht es mit Thyssenkrupp endlich wieder aufwärts. Das soll sich nun auch an der Börse bezahlt machen.
Will den Kurs der Aktie antreiben: Konzernchefin Martina Merz verordnet Thyssenkrupp höhere Ziele

Will den Kurs der Aktie antreiben: Konzernchefin Martina Merz verordnet Thyssenkrupp höhere Ziele

Foto: FRIEDEMANN VOGEL / EPA

Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz (58) will nach den Krisen der vergangenen Jahre und dem massiven Konzernumbau mit neuen Mittelfristzielen Investoren locken. Mittelfristig wolle Thyssenkrupp vor Zinsen und Steuern eine um Sondereffekte bereinigte Ergebnismarge von 4 bis 6 Prozent erzielen, kündigte der Konzern am Donnerstag anlässlich seines Kapitalmarkttages in Essen an. Im vergangenen Geschäftsjahr 2020/21 hatte der Industriekonzern nur eine Marge von 2,3 Prozent erzielt. Die Aktie  reagierte mit Gewinnen auf die neuen Ziele.

"Wir arbeiten nun auch an der nächsten Phase unserer Transformation, in der wir uns zunehmend wieder den Wachstumschancen in den Geschäften widmen werden", betonte Merz. Der freie Mittelzufluss vor Zu- und Verkäufen von Unternehmensteilen soll mittelfristig wieder "signifikant positiv" ausfallen. Zudem habe das Management die Rückkehr zu verlässlichen Dividendenzahlungen klar als Ziel definiert. Auch für das gerade begonnene Geschäftsjahr hatte sich der Konzern nach drei Nullrunden in Folge bereits wieder eine Ausschüttung an die Aktionäre vorgenommen.

Merz hat den Traditionskonzern in den vergangenen zwei Jahren auf Rendite getrimmt, Kosten gesenkt, Tausende Stellen gestrichen und Geschäftsbereiche verkauft – allen voran die Aufzugsparte, die für rund 17 Milliarden Euro versilbert wurde. "Wir bringen Thyssenkrupp zurück in die Erfolgsspur – mit wettbewerbsfähigen Geschäften, die Geld verdienen und profitabel wachsen", sagte Merz. "Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die aktuelle Lieferketten-Thematik kommen wir gut voran."

Die Geschäftsbereiche Materials Services, Industrial Components und Automotive Technology wolle Thyssenkrupp innerhalb der Gruppe weiterführen. Für Materials Services strebt Thyssenkrupp mittelfristig eine Marge von 2 bis 3 Prozent an, für Industrial Components mindestens 10 Prozent, für Automotive Technology 7 bis 8 Prozent und für Steel Europe und Marine Systems 6 bis 7 Prozent.

Offen ist nach wie vor das Schicksal der Stahlsparte, die verselbstständigt werden soll. Nach Informationen von manager magazin will Merz die Sparte möglichst schnell und günstig per Spin-off loswerden und allenfalls eine Minibeteiligung halten . Die Marine-Tochter könnte eigenständig bleiben, mit Partnern zusammengehen oder in Deutschland und Europa fusionieren. Die Wasserstoff-Tochter Uhde Chlorine Engineers (UCE) wird wohl teilweise an die Börse gebracht. Weitere Informationen zu diesem Geschäft will Thyssenkrupp in einem separaten Kapitalmarkttag am 13. Januar 2022 veröffentlichen.

mg/Reuters, dpa-afx
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