Dienstag, 25. Februar 2020

Thyssenkrupp Krupp-Stiftung will möglichst großen Anteil an Aufzugsparte behalten

Ursula Gather, Chefin der Krupp-Stiftung

Bei Thyssenkrupp, so sah es zuletzt aus, stehen die potentiellen Bieter für die Aufzugssparte Schlange. Bis zu zehn Investoren und Unternehmen sollen an der Ertragsperle interessiert sein. Auf bis zu 15 Milliarden wird der Wert der Sparte geschätzt. Der hochverschuldete Thyssenkrupp-Konzern braucht die Milliarden aus dem möglichen Verkaufserlös dringend.

Doch ganz wird sie kaum zu haben sein, wird sich der Meistbietende wohl mit einem Teil begnügen müssen. Denn die Krupp-Stiftung hat sich als größter Einzelaktionär des Konzerns dagegen ausgesprochen, die Aufzugssparte komplett zu versilbern.

"Man wird am Ende sehen, was die beste Lösung ist. Aber natürlich ist es für die Stiftung sehr sinnvoll, wenn sie an dem ertragreichsten Unternehmensteil Elevator zu einem möglichst großen Anteil beteiligt bleiben könnte", sagte Stiftungschefin Ursula Gather in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview der "FAZ".

Auch ein Börsengang der Aufzugssparte sei keineswegs vom Tisch. Es müsse Teil der Strategie bleiben, das schwankungsanfällige Stahlgeschäft abzufedern. Dazu gehöre aber auch eine Leistungsvorgabe für alle Geschäfte: "Auf lange Sicht wird es kein Geschäft mit Minusmargen geben können".

Der finnische Aufzughersteller und Wettbewerber Kone hatte als eines der ersten Unternehmen Interesse an der Sparte bekundet und wirbt verstärkt für eine Übernahme der Aufzugssparte von Thyssenkrupp. Die beiden Unternehmen seien ideale Partner, sagte Vorstandschef Henrik Ehrnrooth am Mittwoch erneut. Kone sei sehr interessiert. "Wir glauben, dass wir der beste Partner für Thyssenkrupp Elevator wären", fügte er hinzu.

rei mit Reuters

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